Von Constanze Arendt-Nowak

Bebertal l Über dem Eingang hatten die Jugendlichen Luftballons aufgehängt, durch das Fenster war ein leuchtender Lichtschlauch zu erkennen, die Treppe war gefegt. Als die Jugendlichen am Donnerstag zu einem Tag der offenen Tür im Bebertaler Jugendklub einluden, wirkte alles sehr ordentlich. Einladend eben.

Doch für die Jugendlichen bedeutete der Tag noch viel mehr. Es soll ein Neustart sein, nachdem sie geschätzt drei bis vier Monate kein richtiges Dach über dem Kopf hatten. Was vorgefallen ist, bevor der Jugendklub nahe des Sportplatzes geschlossen wurde, darüber möchte jetzt keiner mehr reden. Vielmehr wollen die Jugendlichen zeigen: "Wir sind vernünftig!"

Wegbegleiterin wird am Anfang Simone Gerecke sein, die die Aufgabe der Klubbetreuerin übernimmt. Immer montags wird sie um 14 Uhr den Schlüssel im Schloss des Jugendklubs in Bebertal umdrehen. Bis 18 Uhr ist offen. "Wir haben uns jetzt auf den Montag geeinigt, da die Jugendlichen dann früher hier sein können", erklärte die Klubbetreuerin, die auch noch für andere Jugendklubs in der Einheitsgemeinde zuständig ist. Ihr großes Ziel ist es, zu dem Völkchen von Klubgängern, das etwa seit zwei Jahren vereint ist, Vertrauen aufzubauen. Simone Gerecke fasste zusammen: "Ich möchte ein Ansprechpartner sein und vielleicht auch mal unterstützend wirken. Vielleicht sagen die Jugendlichen eines Tages: ¿Die kann uns helfen.\'"

Zur Neueröffnung ihres "kleinen Reiches" wirkten die 15- bis 19-jährigen Bebertaler recht ruhig. Zunächst überwog wohl die Freude, sich wieder im Jugendklub treffen zu können, alles andere. "Einfach chillen" statt großer Pläne für Aktivitäten ist jetzt erstmal die Devise. Doch bei allem wird auch nicht vergessen, dass jeder seine Aufgaben hat, die in der "Hausordnung" geregelt sind. Und vielleicht erreichen es Maurice, Fabian, Kevin, Darius, Nathalie, Marcel, Jonas und die anderen eines Tages wieder ganz, die Schlüsselgewalt für den Jugendclub zu bekommen und unter sich zu sein.