Hermsdorf l Von erheblichen Schäden an den 2012 gepflanzten Bäumen und Sträuchern im sogenannten "Naschgarten" des Gersdorfer Kessel berichtete der Hermsdorfer Ortschaftsrat Olaf Görlich im Dorfparlament. "Dort sind viele Pflanzen eingegangen. Wer kommt eigentlich für den entstandenen Schaden auf?"

Firma pflegt die Anpflanzung, doch Wild nutzt Schlupflöcher

Laut Ortsbürgermeister Dieter Dähnhardt gibt es vertragliche Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und dem für diese Anpflanzungen verantwortlichen Unternehmen. "Die Firma ist auch regelmäßig draußen, gießt und pflegt die Bäume. Auch Nachpflanzungen gehören zu den vertraglichen Vereinbarungen", erklärte der Ortsbürgermeister und ergänzte: "Eines der größten Probleme für den Baum- und Strauchbestand sind die Rehe. Zwar ist der Naschgarten zur Flurseite hin eingezäunt, die Rehe drängen aber über die Privatgrundstücke an den anderen Seiten auf die Pflanzfläche. Und dann finden sie nicht wieder heraus", betonte Dähnhardt.

Olaf Görlich untermauerte diese Mutmaßung. Er wohnt wie Dähnhardt in der Nähe des Naschgartens. Beide haben mehrere Rehe geschossen - mit der Kamera. Dieter Dähnhardt hat seinen Garten inzwischen eingezäunt. Seitdem sprießen die Blumen und Pflanzen von Gattin Eva wieder prächtig.

Rehe lieben seltener vorkommende Pflanzenarten, gelten als Gourmets unter den Schalenwild-Arten. Scheinbar treffen der Hermsdorfer Naschgarten und die Vorgärten der Anwohner mit ihrer Vielfalt an Obststräuchern, Obstbaumsorten und Zierpflanzen ihren feinen Geschmack.

115000 Euro für tausende Bäume und Sträucher angelegt

Ratskollege Linhard Wiedmann konstatierte mit einem Augenzwinkern: "Wilddiebe gibt es nicht mehr in Hermsdorf. Auch die Jäger kommen nicht mehr hinterher." Das Problem muss gelöst werden, lautete der Tenor im Ortschaftsrat Man wolle sich mit dem Bauamt zur Lage unterhalten.

2012 hatte die Ortschaft Hermsdorf auf einer Fläche - so groß wie sieben Fußballfelder - tausende einheimische Sträucher und Jungbäume gepflanzt. Die 115000 Euro Investition in die Grünfläche war eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme gewesen. Solche Maßnahmen schreibt das Gesetz bei baulichen Eingriffen in Natur und Landschaft vor. Die Ausgleichspflanzung am Gersdorfer Kessel war durch die Wohnbebauung am Hermsdorfer Kesselhang nötig geworden.

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