Um zehn junge Wildapfelbäume ist der Haldensleber Stadtwald seit gestern reicher. Zum Tag des Baumes pflanzten Politiker, Kinder und Forstleute gemeinsam den Baum des Jahres 2013.

Haldensleben l Von mächtigen Kiefern beäugt müssen seit gestern zehn kleine Apfelbäume beweisen, was in ihnen steckt. Zum Tag des Baumes, der weltweit heute begangen wird, sind die Wildapfelbäumchen sozusagen vorzeitig in die Erde gebracht worden. Und das sogar mit Gesang und Gedichten. Sowohl die "Wichtelzwerge" aus dem Waldkindergarten Satuelle als auch die Klasse 2c der Haldensleber Grundschule "Otto Boye" hatten ein kleines Programm vorbereitet. Ihre Frühlingslieder und -gedichte kamen bei strahlendem Sonnenschein besonders gut an.

So motiviert machten sich die Kinder gemeinsam mit den "großen" Baumpflanzern an die Arbeit. Zwar nicht Hand in Hand, aber Spaten an Spaten bereiteten Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) und die SPD-Landtagsabgeordnete Rita Mittendorf gemeinsam die Pflanzlöcher vor, in die die Kinder die Bäume setzen und unter den prüfenden Blicken der Forstleute fachmännisch angossen.

Dazu gab es sogar ein wenig Forstgeschichte obendrein. "Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt von Hans Carl von Carlowitz, der als Verfasser des ersten eigenständigen Werkes über die Forstwirtschaft im Jahr 1713 darauf verwies. Und seit 300 Jahren arbeiten die Förster nach diesem Prinzip", machte Hubertus Hlawatsch, Leiter des Betreuungsforstamtes Flechtingen, auf die besondere Bedeutung des Jahres 2013 für die Forstleute aufmerksam.

Wenn es nach seinen eigenen Wünschen gegangen wäre, dann würde wohl auch Haldenslebens Stadtoberhaupt heute in einer grünen Kleidung stecken und dem Prinzip der Nachhaltigkeit im Wald frönen. "Ich wäre auch gern Förster geworden. Das ist so ein schöner Beruf, bei dem man den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen kann", verriet Norbert Eichler den Kindern.

Doch auch als Bürgermeister von Haldensleben liegt ihm die nachhaltige Nutzung besonders des Stadtwaldes am Herzen: "Zu einer attraktiven Stadt gehört auch eine intakte Umwelt, und die finden wir hier im Wald. Hier können wir uns erholen." Nicht zu vergessen die Einnahmen, die Haldensleben als größter kommunaler Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt aus dem Holzverkauf erzielt. "Das Geld fließt in unseren Haushalt und somit in die Kitas, die Schulen, die Straßen und die Kultur", erklärte er.