Mehr als 30 Akteure aus Leader-Aktionsgruppen und Behörden der polnischen Region Ermland-Masuren haben auf ihrer dreitägigen Tour durch Sachsen-Anhalt den Naturpark Drömling besucht. Die Gäste haben sich auch eine Scheune angeschaut, die über das Förderprogramm Leader zu Ferienwohnungen umgebaut wird.

Kämkerhorst/Mannhausen l "Ziel der Exkursion ist der Erfahrungsaustausch mit hiesigen Aktionsgruppen und das Kennenlernen bereits verwirklichter Projekte", erklärte Wolfgang Bock, Sprecher des Leader-Netz-Werkes Sachsen-Anhalt. Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, führte die Akteure aus Leader-Aktionsgruppen und Behörden der polnischen Region Ermland-Masuren durch die Naturschutzstation in Kämkerhorst und zur Flachwasserzone am Mittellandkanal. Er schilderte auf der Tour die Entwicklung des Naturparks. Die Gäste waren beeindruckt von der Artenvielfalt. "Das komplette touristische Informationsnetz ist über das Leader-Programm entstanden. Auch die Radwege, die jetzt ausgebaut werden, sind zum Teil über die Leader-Förderung und zum Teil durch die Flurbereinigung finanziert worden", erklärte Braumann.

Zu den Gästen gehörte auch Georg Herwarth, ehemaliger Leader-Koordinator im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Bis vor einem Jahr war er noch für Leader verantwortlich. Jetzt als Rentner fühlt sich Herwarth immer noch seiner Arbeit verbunden. Schließlich habe er die Projekte, die in der jetzigen Phase laufen, mit angeschoben. "Bei den ersten Diskussionen mit unseren polnischen Besuchern wurde uns klar, dass sie auch Fachleute auf dem Gebiet sind. Die Leader-Organisation ist zwar in Polen etwas anders, aber der Erfahrungsaustausch findet auf Augenhöhe statt", so Herwarth. Der ländliche Raum in der europäischen Gemeinschaft sei vielfältig. Doch die Probleme seien ähnlich: Häufig mangelt es an beruflichen Perspektiven. Vor allem junge Menschen verlassen deshalb diese Regionen.

Damit die Menschen bleiben, ist auch Leader-Manager Wolfram Westhus im Einsatz. Er gestand, dass er stolz darauf ist, den polnischen Besuchern erfolgreich verwirklichte Projekte zeigen zu können. Dazu gehört auch ein Vorhaben in Piplockenburg. Die Gäste besuchten dort die Baustelle der Familie Germer. Dort wird im Rahmen eines Leader-Projektes eine Scheune zum Ferienhaus umgebaut. "Es entstehen zwei Ferienwohnungen. Das Projekt ist kurz vor der Fertigstellung und eignet sich genau für den naturnahen Tourismus", berichtete Braumann. Genau ins Konzept passe auch, dass der Landwirt Jürgen Germer das Fleisch seiner heimischen Rinderzucht in seinem Gasthaus verkauft. Auch Germers Wasserbüffel sind im Drömling eine Attraktion. "Germer vermarktet das Fleisch seiner Tiere selbst. Aber wir wollen mit dem Tourismusvermarktungskonzept noch andere Gastwirte und Erzeuger zusammen bringen", blickte Braumann voraus.