Glüsig (car) l Wenn sich am morgigen Sonntag katholische Christen aus der Region Magdeburg auf dem Kapellenberg in Glüsig treffen, wollen sie die Mutter Anna ehren. Eine Annen-Verehrung auf dem Gut Glüsig, das historisch gesehen ein Vorwerk des Zisterzieserinnenklosters Althaldensleben ist, ist seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen. Nach verheerenden mittelalterlichen Pestepidemien stiftete das Kloster Althaldensleben im 16. Jahrhundert eine jährliche Prozession nach Glüsig. Die heilige Anna, die Mutter von Maria, wird als Patronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Hausangestellten verehrt.

Seit 1646 ziehen die katholischen Christen von Althaldensleben und Groß Ammensleben zu diesem Heiligtum nach Glüsig. Im 20. Jahrhundert kamen immer mehr Wallfahrer aus der gesamten Region um Magdeburg hierher. Und das wird wohl auch morgen so sein.

Die Prozession der Wallfahrer nach Glüsig beginnt um 7.30 Uhr an der Kirche in Groß Ammensleben, die Althaldensleber starten um 7.45 Uhr ebenfalls an der Kirche. Wer möchte, kann sich den Prozessionen anschließen. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr auf dem Kapellenberg. Prediger wird der Pfarrer Winfried Runge sein. Die Gottesdienstgestaltungen übernehmen Chorsänger aus den vier Chören der Pfarrei St. Christophorus Haldensleben (Althaldensleben, Groß Ammensleben, Haldensleben und Wolmirstedt) und der Partnergemeinde aus Helmstedt sowie Bläser aus Helmstedt und Magdeburg.

Nach dem Gottesdienst ist Zeit für Begegnung, Unterhaltung für die Kinder und zur Besinnung vor dem Allerheiligsten in der Kapelle. Für das leibliche Wohl der Wallfahrer wird gesorgt. Geplant ist, dass die Wallfahrt gegen 13 Uhr mit einer Andacht abgeschlossen wird. Die Groß Ammensleber gehen dann in Prozession zurück.