Der Fundus des Ackendorfer Dorfmuseums wächst und wächst. Spender bereichern weiterhin die Sammlung historischer Ausstellungstücke aus Haushalt, Handwerk und Landwirtschaft. Für die Aufarbeitung bräuchte Ortsbürgermeister Martin Plate mehr Hände. Doch es gibt kein Personal.

Ackendorf l Ein Dutzend alter Nähmaschinen steht unter dem Carport neben der ausgebauten Museumsscheune, daneben eine reich verzierte Wäschemangel. Martin Plate, die Seele des Dorfmuseums, streichelt mit seinen Händen das rostbesetzte Metall. "Das sind unsere neuesten Errungenschaften von einem Spender aus Erxleben", erzählt er und versichert: "Das werden wir alles sorgfältig aufarbeiten." Wir, das sind meist freiwillige Helfer aus dem Dorf. Und vor allem Martin Plate.

Die Zeiten, in denen gleich mehrere Ein-Euro-Jobber oder andere Arbeitskräfte des zweiten Arbeitsmarktes an der Museumscheune gewirbelt haben, sind lange vorbei. "Zu tun gibt es genug hier. Es gibt auch genügend Leute im Dorf, die hier etwas machen wollen. Aber der Staat lässt sie im Regen stehen. Die meisten haben so gut wie keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt, aber sie brauchen Beschäftigung. Die könnten wir Ihnen geben. Aber es gibt keine Beschäftigungsprogramme mehr wie früher. Leider", klagt Plate.

Hoftore und Gemeindehaus bekommen neuen Anstrich

Ende August läuft die Bundesfreiwilligen-Stelle seiner Frau Monika aus. Dann liegt auch die Aufarbeitung der Dorfchronik wieder brach.

Martin Plate bleibt nichts anderes übrig als weiter selbst Hand anzulegen. "Das mache ich auch gern und tue das schon immer, aber mehr Leute wären wirklich schön."

In dieser Woche hat er sich die Hoftore vorgenommen, spachtelt alte Farbe von den Torpfeilern, grundiert und streicht neu. Die lasierten Torflügel trocknen schon in der Augustsonne. Auch der Sockel am Gemeindehaus kommt noch an die Reihe.

Auch alte Schrauben und Splinte helfen Plate weiter

Ein altes Holzbierfass und eine hölzerne Schubkarre aus Bornstedt warten noch auf Plates pflegende Hände. Auch das historische Ackergerät auf den Freiflächen müsste wieder einmal unter die Lupe genommen werden. Hackmaschinen, Heuharke, Ein- und Zweischarrpflüge müssten entrostet, teilweise auch repariert werden. Ersatzteile nimmt Plate am liebsten im Original. "Deshalb bin ich auch über Kleinspenden von alten Bauernhöfen glücklich. Geschmiedete Vierkantschrauben oder Splinte mir Federring für die Achs-Enden der Ackergeräte sind schwer zu bekommen."

Mit einem schützenden Dach für das Großgerät aus der Museumswiese hat es immer noch nicht geklappt. 6000 Euro hat die Ortschaft dafür eingeplant. Doch die bisherigen Planungen gehen von viel höheren Kosten aus. "Darüber müssen wir mit dem Bauamt und der Architektin noch mal reden. Es wird höchste Zeit, dass wir endlich eine vernünftige Lösung hinkriegen", erklärt Plate.

Drinnen, in der Museumsscheune ist derweil alles hergerichtet. "Muss ja auch, denn immer wieder melden sich Besucher an. Sie sollen und können ja auch kommen. Bis zum Tag der Regionen am 3. Oktober soll aber auch draußen alles in Schuss sein", erklärt Plate. Zum "Tag der Regionen" wird das Museum wieder seine "Ackendorfer Kostbarkeiten" präsentieren und öffnet bei Kaffee, Kuchen und Pils die Tore von Hof und Scheune weit - wie gewohnt von 10 bis 17 Uhr und ohne Anmeldung.

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