Eichenbarleben l Über die weiteren Schritte bei der Gestaltung des Schlossparks informierte der von der Gemeinde beauftragte Landschaftsarchitekt Wolfram Westhus den Eichenbarleber Ortschaftsrat. Unumgänglich sind Westhus zufolge Fällungen wild wachsender jüngerer Bäume und Sträucher. Sie gefährden den Altbaumbestand und verdecken die Sichtachsen des früheren Landschaftsparks.

Der Schlosspark ist ein Kulturdenkmal. Während das Schlossgelände mit seinen verschiedenen Bereichen Eigentum verschiedener Privatleute ist, gehört der Park der Gemeinde. Die Gemeinde steht nach Jahrzehnten des Nichtstuns in der Pflicht.

Landschaftspark ist nach 1858 entstanden

Das Landesamt für Denkmalschutz hatte die Gemeinde Hohe Börde deshalb im vergangenen Jahr aufgefordert, langfristig den Park wieder herzurichten. Landschaftsarchitekt Wolfram Westhus kümmert sich seitdem im Auftrag der Gemeinde um die schrittweise Rettung der einst herrschaftlichen Anlage der Herren von Alvensleben. Er hat in Archiven recherchiert und sich auf die Suche nach Unterlagen für die zukünftige Gestaltung nach altem Muster begeben.

Vermessen ist der Park ebenfalls. Westhus\' Auftrag ist gewesen, einen Maßnahmenplan für die denkmalschutzgerechte Wiederherstellung des Kulturdenkmals aufzustellen. Der Plan soll nun schrittweise in Abstimmung mit den Denkmal- und Naturschutzbehörden realisiert werden.

Einst hatten die Schlossherren einen Barockgarten auf dem heutigen Parkgelände errichtet, Überreste einer Mauer und Plateaus lassen dessen Konturen heute nur noch erahnen. Nach 1858 wurde dann ein Landschaftspark geschaffen. Pläne dieses Landschaftsparks gibt es aber Westhus zufolge nicht mehr. "Doch die Sichtachsen sind noch zu erkennen", erklärte Westhus beim Rundgang mit den Ortschaftsräten und interessierten Bürgern. Inmitten der Sichtachsen stehen wild gewachsene Bäume - vor allem Eschen und Spitzahorn. Sie bedrohen den ursprünglichen Bestand stattlicher Rot- und Blutbuchen, Linden und Eichen. Auch fremdländische Gehölze wie Gingko, Schwarzkiefer und Platanen sind mit der Umgestaltung zum Landschaftspark Mitte des 19. Jahrhunderts nach Eichenbarleben gekommen und sollen erhalten werden.

"Diesen Altbestand haben wir jetzt herausgearbeitet", erklärte Westhus und wies auf eine Übersichtskarte mit dem eingezeichneten Baumbestand und den Empfehlungen für Baumfällungen. "Wir wollen die Sichtachsen des Landschaftsparks wieder erlebbar machen. Es ist eben ein Park und kein Wald", betonte der Landschaftsarchitekt und empfahl eine behutsame Entfernung des Wildwuchses. 20 bis 30 Bäume pro Jahr gab Westhus als Maxime aus. Dieser Prozess könnte bis zu zehn Jahre dauern. Neupflanzungen der angestammten Bäume an Leerstellen der Parkanlage begleiten die Umgestaltung.

Die vorgeschlagenen Aktionen bedürfen weiterhin einer engen Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden für Denkmal- und für Naturschutz. Zudem müssten Fäll- und Pflanzaktionen mit dem Bauamt der Gemeinde abgestimmt und die Finanzierung für diese Maßnahmen gesichert werden.