Eine steigende Zahl von Asylbewerbern bringt den Landkreis Börde allmählich an die Kapazitätsgrenzen. Noch in diesem Jahr müssen 88Asylbewerber aufgenommen und untergebracht werden. Weitere folgen. Die Unterkunft in Harbke ist jedoch praktisch ausgelastet.

Haldensleben l Deutschlandweit steigt die Zahl der Asylbewerber. So auch in Sachsen-Anhalt und im Landkreis Börde. "Zum Jahresende ist die Zahl der Asylbewerber, die dem Landkreis Börde zugewiesen werden, enorm angestiegen", erklärte Marlis Lüder vom Fachdienst Soziales der Kreisverwaltung in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Im November und Dezember muss der Landkreis insgesamt 88Asylbewerber aufnehmen. Gegenwärtig wird eingeschätzt, dass pro Monat 25 bis 30 weitere Asylbewerber hinzukommen.

Angesichts dieser Zahlen kommt der Landkreis allmählich an seine Kapazitätsgrenzen. Die Asylbewerberunterkunft in Harbke ist praktisch ausgelastet. Um neue Asylbewerber aufnehmen zu können, wurden bereits im Landkreis mehrere zusätzliche Wohnungen angemietet, weitere sollen folgen. Derzeit leben 74Personen in insgesamt 24angemieteten Wohnungen. Fünf Familien sollen noch mit Wohnungen versorgt. In Wohngemeinschaften sollen weitere 48 Asylbewerber untergebracht werden. Doch die weitere Wohnungsanmietung ist begrenzt möglich. Außerdem muss auch eine Betreuung der Asylbewerber gewährleistet werden können.

"Wir müssen weitere Unterbringungsmöglichkeiten finden. Deshalb ist auch darüber nachzudenken, eine zweite Asylbewerberunterkunft einzurichten", erklärte Fachbereichsleiterin Iris Herzig. "Dieses Jahr können wir noch abdecken, aber für 2014 müssen wir uns Gedanken machen."

Etwa 500 Asylbewerber werden zum Jahresende im Landkreis Börde leben. Wieviele in den nächsten Monaten noch hinzukommen, lasse sich nur sehr schwer abschätzen. Eine sichere Prognose sei nicht möglich, so Iris Herzig. Bei der Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten will die Kreisverwaltung nun an die Städte und Gemeinden herantreten, um abzuklären, was möglich ist. Hierbei kommen jedoch nur die größeren Kommunen in Frage, denn den Asylbewerbern muss per Gesetz auch eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden.

Dass die Zahl der Asylbewerber derzeit drastisch steigt, habe übrigens nichts mit dem Syrienkonflikt zu tun, erklärte die Fachbereichsleiterin auf eine entsprechende Nachfrage im Sozialausschuss. Auch in vielen anderen Ländern der Welt sei die Situation prekär. So kommen Flüchtlinge beispielsweise aus Mali, Indien, Somalia, Serbien, Bosnien oder Montenegro, so Iris Herzig.