Ballenstedt l "Es ist wirklich super gelaufen", freut sich Jens Martin Baumgartner vom Rockharz-Veranstalter Veruga. "Wenn man von der Anreise absieht." Die hatte am Mittwoch, zu Beginn des viertägigen Spektakels, zunächst für einen umfangreichen Stau gesorgt. "Nächstes Jahr wird es ein neues Anreisekonzept geben, damit alles besser flutscht", verspricht Jens Martin Baumgartner.

Doch der Stau war auch der einzige Wermutstropfen. Ansonsten herrschte auf dem Flugplatz des Ballenstedter Ortsteils Asmusstedt ausgelassene Partystimmung. Mehr als 50 Bands rockten im Schatten der sogenannten "Teufelsmauer", einer Felsformation am Rande des Festivalgeländes. Headliner war in diesem Jahr die Progressive-Metal-Legende Dream Theater. Aber auch für die Liebhaber anderer Rock- und Metalstilrichtungen hatte das Programm reichlich zu bieten.

Vor allem W.A.S.P. überzeugten im 33. Jahr ihrer Karriere mit einer extrem starken Show. "Für mich war das eines der besten Konzerte des Festivals", befand Besucherin Nadine Koslowski aus Dresden. "Die Stimmung war super und die Musiker waren topfit." "Mich haben vor allem Alestorm total begeistert - und Emil Bulls", ergänzte Freundin Isabel Guller.

Saxon und Kärbholz für 2016 bestätigt

Soulfly, Hammerfall, Eluveitie, Orden Ogan oder Betontod brachten das Publikum ebenfalls gehörig zum Toben. Die Berliner Band Coppelius überzeugte nicht nur mit ihren extravaganten Bühnenoutfits, sondern auch mit ihrer als "Kammercore" bezeichneten Mischung, aus E-Gitarre, Klarinette und Co. Für Freunde der düsteren Gangart gingen unter anderem Cradle of Filth an den Start. Auch der Pagan-Metal-Sektor war mit Bands wie Manegarm, Varg oder Finsterforst bestens abgedeckt. Einzig Tanzwut hatten zwischenzeitlich mit technischen Problemen zu kämpfen und mussten ihr Set deshalb akustisch fortsetzen.

Ganz nebenbei fuhr das Rockharz einen neuen Besucherrekord ein. Mit einem Plus von etwas mehr als 500 Gästen im Vergleich zum Vorjahr setzte das Festival den Kurs der vergangenen Jahre fort. "Wir achten aber darauf, das Wachstum in einem überschaubaren Rahmen zu halten, um die Atmosphäre der Veranstaltung nicht zu gefährden", betont Jens Martin Baumgartner.

Der familiäre Charakter des Festivals war auch für Besucherin Ina Drescher aus Flöha am Erzgebirge wichtig - ebenso wie die "malerische Lage" des Geländes. Tatsächlich nimmt das Rockharz im Vergleich mit anderen Festivals eine Sonderstellung ein. Was das Line Up angeht, braucht es sich vor größeren Veranstaltungen keineswegs zu verstecken. Gleichzeitig gibt es kaum Warteschlangen und keinerlei musikalische Überschneidungen. Die beiden Bühnen werden abwechselnd bespielt. Die Pause zwischen zwei Konzerten liegt durchschnittlich bei fünf Minuten.

Zum vierten Mal in Folge ausverkauft

Dieses Konzept scheint beim Publikum anzukommen. Nicht umsonst war die Veranstaltung zum vierten Mal in Folge ausverkauft. "Ich war dieses Wochenende zum ersten Mal da und komme gerne wieder", befand auch Nadine Koslowski.

Zum Ende des Festivals gaben die Veranstalter bereits die ersten Bands für 2016 bekannt. Dann findet das Rockharz vom 7. bis 9. Juli statt. Bereits bestätigt sind Auftritte der Deutschrocker Kärbholz und des britischen Metal-Urgesteins Saxon.

Auch der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen - und zwar mit einem Rekord. Binnen drei Stunden waren die 500 großen Frühbucher-Packages vergriffen. Reguläre Tickets und ein kleineres Package inklusive Festival-Karte, Rockharz-Flagge, Wandkalender und weiterem Zubehör sind noch erhältlich. Aber auch hier zeigt die Erfahrung aus den vergangenen Jahren: Schnell sein lohnt sich!

Weitere Infos zum Festival gibt es im Internet unter www.rockharz-festival.com.

 

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