Für einen Erfahrungsaustausch haben sich kürzlich 40 Interessenvertreter der Arbeitsrechte von behinderten Menschen in Wolmirstedt getroffen. Sie wollen auf diesem Weg Impulse für ihre Tätigkeit in den Behindertenwerkstätten gewinnen.

Wolmirstedt l Werkstatträte heißen die Interessenvertreter für die Beschäftigten in den Behindetenwerkstätten der Lebenshilfe. Davon waren aus ganz Sachsen-Anhalt 40 ins Bildungs- und Freizeitzentrum nach Wolmirstedt gekommen, um sich über ihre Gremienarbeit auszutauschen.

Mit dabei Stefan Pluta, der in der Werkstatt für Behinderte in Hundisburg in der Küche tätig ist und sich seit 2005 als Werkstatt- rat engagiert. "Für mich zählt ein Gedanke: Ich muss mein Leben selbst in die Hand nehmen", sagt Pluta über sich und seinen Einsatz als Werkstattrat.

Gelernt habe ich, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann.

"Und gelernt habe ich, dass man nur etwas erreicht, wenn man gemeinsam etwas tut." Und gemeinsam sind die in den Arbeitsstätten vier bis sieben gewählten Werkstatträte in der Regel mit verschiedenen Aufgaben betraut. Stefan Pluta weiß das genau: "Manchmal sind es seelische oder familiäre Probleme, mit denen Beschäftigte zu uns kommen, oder es gibt etwas mit Ämtern zu klären." In diesen Fällen sind die Werkstatträte Kummerkasten und Helfer zur Selbsthilfe - vor dem Hintergrund, dass sie als Angestellte in den Werkstätten die Probleme und Schwierigkeiten selbst gut kennen. Gegenüber der Geschäftsleitung haben die Werkstatträte außerdem bei Fragen zur Personaleinstellung, Versetzung von Mitarbeitern, bei Kündigungen oder Änderungen in den organisatorischen Abläufen ein Wörtchen mitzureden. Pluta zum Beispiel kann aus seiner Werkstatt berichten, dass die Werkstatträte bei einem neu entwickelten Lohnsystem voll eingebunden sind - von der einstigen Konzeptionierung bis zur täglichen Umsetzung. Zum Treffen in Wolmirstedt war für Pluta wichtig, von den anderen Werkstatträten und über die angebotenen Workshops noch Impulse zu erhalten, wie er das Teamwork in seinem Werkstattrat verbessert. Oft sieht er viel Arbeit auf seinem Tisch landen. Mit neuen Ideen ist er nach dem Tag wieder zurück nach Hundisburg gefahren.

Die Lebenshilfe, Landesverband Sachsen-Anhalt, ist ein gemeinnütziger Verband der Freien Wohlfahrtspflege und Träger für insgesamt 15 Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung im Land. Dort wird insgesamt rund 5300 Menschen mit Behinderung eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht. Die Werkstatträte haben sich mittlerweile zum 9. Mal getroffen. Außerdem gibt es regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen.