Die Anlieger zur Neuen Mühle und am Umspannwerk in Weferlingen sind seit Wochen vom Versorgungsverkehr abgeschnitten. Die Stadt Oebisfelde-Weferlingen hat die Zufahrt für Lkw wegen einer maroden Brücke gesperrt.

Weferlingen l Eine Zwickmühle hat gegenwärtig der Weferlinger Ortschaftsrat und damit vor allem auch der Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen auf dem Tisch. Die Straße vom Försterberg in Richtung Neue Mühle, vielen Weferlingern besser bekannt als Klippmühle, wurde als Sackgasse ausgewiesen, weil eine Brücke nach zahlreichen Schäden einsturzgefährdet ist und nicht mehr befahren werden kann. Wobei der Begriff Straße für den arg geschundenen Weg von der Landesstraße 43 (Richtung Grasleben) vollkommen unverdient ist, bestenfalls handelt es sich hier um eine Holperpiste, aber wenigstens eine, die von den wenigen notwendigen Lkw und Rettungsfahrzeugen befahren werden konnte. Die Misere macht aus der idyllischen Wohnlage im Südwesten Weferlingens eine Mausefalle.

Zur jüngsten Sitzung des Stadtrates ist Ortsrat Jörg Stövesandt extra nach Oebisfelde gefahren, um in der Einwohnerfragestunde nochmals - zuvor war das Thema mehrfach im Ortschaftsrat auf die Tagesordnung gebracht worden - auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen. "Ich wurde abgewiesen und mit der Begründung wieder nach Hause geschickt, dass das Thema noch Bestandteil der Stadtratssitzung im nicht öffentlichen Teil sei", ist Jörg Stövesandt verärgert. Denn: Seitdem sind vier Wochen vergangen - passiert sei immer noch nichts.

Die Anwohner, dabei handelt es sich um etwa zehn Familien im Bereich der Neuen Mühle und des Umspannwerkes sind verärgert. Sie können mit einem Pkw ihre Grundstücke zwar erreichen, doch die enge, kurvenreiche Strecke ist für Lkw nicht passierbar. Ein Anlieger benötigte unterdessen Heizöl, so Jörg Stövesandt, doch ein dafür notwendiger Lkw konnte das Grundstück nicht erreichen. "Was soll denn nun werden", fragt Jörg Stövesandt. Er ist sauer, dass die Verwaltung überhaupt nicht reagiert auf die Bemerkungen, die im Protokoll des Weferlinger Ortschaftsrates nicht erst seit der letzten Sitzung über das Thema stehen. "Es kann doch nicht sein, dass Bürgermeisterin Silke Wolf das Thema aussitzen will", schimpft der Weferlinger. Und die Dringlichkeit sei im Protokoll mehrfach vermerkt gewesen. Es müsse umgehend etwas passieren. "Was, wenn die Anwohner vor Ort einen Rettungswagen benötigen, der aber nicht durchkommt und jemand krepiert", fragt er.

Den Verweis auf den Schwarzen Weg, der als Alternative für die Müllabfuhr ohnehin schon genutzt wird, lässt Jörg Stövesandt nicht gelten. "Was wir alle bis vor kurzem nicht wussten: Ein Teil des Schwarzen Weges führt über privates Gelände, darf also von öffentlichen Fahrzeugen gar nicht ohne Weiteres befahren werden", erzählt der Ortsrat.

1992 hat der damalige Gemeinderat von Weferlingen den Mühlenweg, der von der Fabrikstraße zur Neuen Mühle führte, gekappt. Eine Brücke musste aufgrund ihres maroden Zustandes abgerissen werden. Weil der Weg jedoch bis dato nicht als Straße benutzt werden musste, beschlossen die Räte, daraus lediglich eine Fußgängerbrücke zu machen. Inzwischen ist die Straße vom Kleinbahnhof an längst zum Trampelpfad zugewuchert. Von dort gibt es also auch keine Möglichkeit, im Notfall auf vier Rädern heranzukommen.

Jörg Stövesandt wird nicht lockerlassen, bis den Anwohnern der Neuen Mühle und des Umspannwerkes geholfen wurde. Er hofft nur, dass Ortsbürgermeister Hans-Werner Kraul, der auch Stadtratsvorsitzender des Rates von Oebisfelde-Weferlingen ist, das Anliegen heute Abend zur nächsten Sitzung des Stadtrates wieder auf die Tagesordnung bringt, um die Verwaltung in Schwung zu bringen und die Zwickmühle mit der Klippmühle zur einer schnellen Lösung geführt werden kann.