Gut 180 Besucher haben sich die 4. Stadtschau des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) "Roland" Haldensleben angeschaut. Die Züchter freuen sich über diese große Resonanz. Es wurden vier Stadt- und fünf Vereinsmeister gekürt.

Haldensleben l "Die Schau war sehr erfolgreich", sagt Frank von Ameln. Gut 180 Besucher aus dem gesamten Landkreis konnte der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Haldensleben begrüßen. Das war ebenso Lohn für die Mühe der Ausstellungsleiter Katrin Stock, Fabian Güttlich, Ralf Peist und Frank Tüpke. Bei ihnen liefen die Fäden zusammen, um die über Monate gehegten und gepflegten Großhühner, Zwerghühner, Tauben und das Wassergeflügel der an der Schau beteiligten Züchter im Vereinshaus aufgereiht zu präsentieren. Neben den Haldensleber Züchtern waren unter anderem noch Gutensweger und Samsweger Geflügelfreunde auf der Schau vertreten.

"Am besten wäre es, die Puten mit ins Schlafzimmer zu nehmen"

"Wir haben mehr als 620 Tiere in unserer Ausstellung versammelt, darunter auch besondere Zuchttiere, zum Beispiel mit seltenen Farbschlägen. Die findet man nicht überall in Deutschland", berichtet Katrin Stock. Dazu gehören etwa die blauen Wyandotten. "Sie sind nicht so pflegeleicht", weiß Frank von Ameln ein Liedchen zu singen. Denn er züchtet sie aufwändig. "Was viele davon abhält, gerade die blauen Wyandotten als Zuchtrasse auszuwählen, ist auch die Spalterbigkeit", erklärt er. Denn die Gene der Wyandotten enthalten Erbinformationen für mehrere Farbschläge, und so sind unter den durchschnittlich 40 Küken, die ein Züchter groß zieht, viele verschieden farbige dabei - und wenige blaue. Ebenfalls etwas Besonderes waren Puten auf dieser Schau - sehr empfindliche Tiere, die bei Kälte oder Nässe sofort eingehen können, wie die Züchter verdeutlichen. "Diesen Aufwand sollte sich jeder Züchter überlegen. Am besten wäre es, die Puten mit ins Schlafzimmer zu nehmen", spricht Frank von Ameln mit einem Augenzwinkern aus seiner Erfahrung.

Dass letztendlich aber jeder Züchter mit seinen Rassen einen wertvollen Beitrag für die Schau geleistet hat, machten die guten Ergebnisse bei der Bewertung deutlich. Die Deutschen Zwerge in weiß von Hans-Werner Sienknecht aus Haldensleben erhielten das Prädikat "vorzüglich", ebenso galt dieses Prädikat der Zwerg-Haushuhnrasse Bantam von Dietmar Jörend. Hendrik Arendt, Reinhard Tellesch, Frank Finke, Klaus Schepuck, Alfred Ilgenstein, Werner Klopp und Günter Dömeland hatten die Bewertung der Tiere übernommen.

Insgesamt vergaben die Preisrichter zudem 15-mal das Prädikat "hervorragend", unter anderem für Nackthälse, Kraienköppe oder Coburger Lerchen. Die Züchter sollten daher auch mit vielen Pokalen belohnt werden - einmal bei der Kür der Stadtmeister, einmal bei der Kür der Vereinsmeister. Ganz besonders freute von Ameln, dass auf dieser Schau erstmals auch das BDRG-Züchterband verliehen wurde - die höchste Auszeichnung auf züchterischer Ebene.

"Der Nachwuchs kann fortführen, was sie aufgebaut haben"

Dabei kam auch die Jugend nicht zu kurz. Acht Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahre sind im Verein aktiv, fünf von ihnen haben ausgestellt. "Für uns ist es wichtig, dass sie wissen, welche Rasse sie pflegen und dass sie die Verantwortung für das Füttern übernehmen, egal bei welchem Wetter", erklärt der Vereinsvorsitzende. Papa, Opa oder die Helfer aus dem Verein stehen ihnen dabei immer zur Seite und unterstützen. Das sei gar keine Frage. Dass der Nachwuchs so aktiv ist, freute auch Jürgen Zimmermann als Vorsitzenden des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter und Norbert Eichler, der als Bürgermeister auch Schirmherr dieser 4. Stadtschau war. Beide waren gern der Einladung gefolgt, zur Eröffnung zu kommen.

"Mit diesem Nachwuchs kann irgendwann all das fortgeführt werden, was sie aufgebaut haben", blickte Eichler in seiner Rede auch schon in die Zukunft. Außerdem sah er die Mädchen und Jungen im Verein gut aufgehoben, damit sie durch die Übernahme von Verantwortung "reifen", so dass "sie später ihre Frau oder ihren Mann stehen können". Das betonte auch Martin Stichnoth, der vom Landkreis in Vertretung für Landrat Hans Walker die Eröffnung besucht hatte.

 

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