Im Haus des Waldes im Schloss Hundisburg ist die 17 Meter hohe Eiche gefällt worden. Der Holzkäfer hatte ihr extrem zugesetzt. Eine 14 Meter hohe "Biomaschine Baum" wird als Ausgleichsmaßnahme "gepflanzt".

Hundisburg l Mit der Handsäge und an Seilen gesichert hat Zapfenpflücker und Waldpädagoge Reinhardt Schlimper freischwebend die 17 Meter hohe Eiche, die im Nordturm des Schlosses Hundisburg, der zum Haus des Waldes gehört, ihren Platz hatte, gefällt und gemeinsam mit seinem Kollegen Erik Braumann und dem Leiter vom Haus des Waldes, Stefan Heinzel, abgebaut.

"Der ursprünglich 23 Meter hohe Baum wurde 2005, nachdem er im Flechtinger Höhenzug gefällt worden war, abschnittsweise im Haus des Waldes auf 17 Metern Höhe wieder aufgebaut. Zuletzt haben ihm Holzkäfer zugesetzt, so dass die Standfestigkeit des Modells langfristig nicht mehr gewährleistet war. Der Baum musste ein zweites Mal gefällt werden!", erklärte Stefan Heinzel. Die Kronenteile mit den präparierten und gefärbten Blättern werden jedoch weitere Verwendung in der Walderlebnisausstellung finden.

Die naturnahe Einrichtung würde ihrem Namen allerdings nicht gerecht werden, wenn nicht für eine Ausgleichsmaßnahme gesorgt wird. Und an der wird in den nächsten Tagen im Haus des Waldes weiter gearbeitet. Den Platz des Eichenmodells nimmt künftig die "Biomachine Baum" ein. Ihr 14 Meter hoher Torso steht bereits.

"Das abstrakte und multifunktionale Modell zeigt den statischen Aufbau eines Baumes und stellt die einzelnen Schichten farblich und plastisch dar", so Heinzel weiter. Mit moderner LED-Technik soll zudem der Wassertransport im Baum nachgebildet werden. Das Modell, das in dieser Darstellung einmalig ist, soll in der kommenden Woche so komplettiert werden, dass die Funktionalität hergestellt ist. Nach weiteren kleinen Restarbeiten soll es Anfang des kommenden Jahres offiziell eingeweiht werden.

Ab heute ist das Haus des Waldes übrigens bis zum 2. Januar komplett geschlossen. "Wir müssen unsere Präparate zum Schutz vor Ungeziefer begasen, da darf sich niemand im Haus aufhalten", erklärte Heinzel. Erst danach könne eine kreative Tischlerei ihre Arbeit an der "Biomaschine Baum" - das Projekt wird vom Land Sachsen-Anhalt gefördert und vom Förderverein Haus des Waldes getragen - fortsetzen.

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