Gestern hatten die Mädchen und Jungen aus Döhren Generalprobe für das Krippenspiel an Heiligabend. Dabei wird auch gesungen. Die Kinder sind aber auch in der Adventszeit singend durchs Dorf gezogen - wie schon viele Generationen vor ihnen.

Von Marita Bullmann

Döhren l Schon die Ur- und Ururgroßeltern der heutigen kleinen Döhrener sind in der Vorweihnachtszeit von Haus zu Haus gezogen, haben "Lasst uns froh und munter sein" angestimmt und für ihren Gesang Äpfel, Nüsse, Honigkuchen, Plätzchen, Schokolade oder andere Süßigkeiten erhalten. Diese Gaben sammeln die Jugendlichen in ihren Kiepen und bringen sie zum Nikolaus. Der Bärtige wartet nämlich auf die Kinder, wenn sie ihre lange Runde durch das Dorf geschafft haben. Helfer haben inzwischen die Gaben der Einwohner gleichmäßig in Geschenkbeutel verpackt. Jedes Kind darf dann zum Nikolaus gehen, ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen und bekommt dafür einen Riesenbeutel. Dieser Brauch zum Nikolaustag hat sich bis heute erhalten. Wie er entstanden ist und weshalb es dieses Nikolausumsingen nur in Döhren gibt und in keinem anderen Dorf der Gegend, ist nicht rauszukriegen.

Die Kinder, die erst mit ihren Eltern nach Döhren gezogen sind, haben den selben Spaß wie jene, die das Umsingen schon von ihren Eltern und Großeltern kennen. Es wird nur immer schwieriger, den Brauch aufrechtzuerhalten. Aus der Tradition heraus waren immer die Achtklässler für die Organisation verantwortlich. Das funktioniert heute nicht mehr. Bisher haben sich jedoch immer Jugendliche bereiterklärt, die Organisation zu übernehmen, Eltern und andere Helfer unterstützen sie dabei. Viele der Kinder, die beim traditionellen Umsingen dabei waren, trafen sich in den zurückliegenden Wochen regelmäßig zu den Krippenspielproben in der kleinen Kirche. Zu sehen ist das Krippenspiel im Gottesdienst an Heiligabend um 14 Uhr. Gestern fand die Generalprobe statt.

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