Im Jahr 2000 gründete sich in Heinrichshorst die Gesellschaft für europäischen Denkmal-, Natur- und Landschaftsschutz. Ziel des gemeinnützigen Vereines war unter anderem die Rettung des 1899 errichteten Jagdschlosses.

Heinrichshorst l Mit seinen Türmchen und Erkern ist das vom Schweizer Architekten Jaques Gros einst entworfene Schloss ein architektonisches Kleinod. Mitten im Wald gelegen, erinnert es an ein verwunschenes Märchenschloss.

Doch bei näherer Betrachtung sieht man die Schäden, die der Zahn der Zeit angerichtet hat. "Es besteht ein dringender Sanierungsbedarf", weiß Uwe Kopp, Vorsitzender der Gesellschaft für europäischen Denkmal-, Natur- und Landschaftsschutz, "wir haben seit unserer Gründung viel getan, um den weiteren Verfall zu stoppen. Tausende Arbeitsstunden leisteten unsere Mitglieder, unterstützt von vielen Helfern aus der Region. Doch uns fehlen einfach die erforderlichen Finanzen, um das Schloss komplett zu sanieren. Allein die Dachreparatur würde ungefähr eine halbe Million Euro kosten."

"Es besteht die Option, dass wir verkaufen dürfen..."

Selbst die Aufnahme in das Leader-Programm nützte wenig: Dem Verein fehlen die notwendigen Finanzen, um die Fördermittel kozufinanzieren.

Die Vereinsmitglieder resignierten schließlich. Auf einer Mitgliederversammlung zu Beginn dieses Jahres wurde der Beschluss gefasst, im Interesse des Schlosses aufzugeben und es an einen finanzkräftigen Investor zu verkaufen. "Das Schloss gehört zwar einem privaten Eigentümer. Aber wir haben als Verein einen Pachtvertrag, der solange läuft, wie wir gemeinnützig sind. Darin ist auch die Option enthalten, dass wir verkaufen können, allerdings auch nur an einen Käufer, der das Schloss für gemeinnützige Zwecke nutzt", erläutert Uwe Kopp die kompliziert anmutenden Eigentumsverhältnisse.

"Es war schon lustig, aus dem Wald mit Frederic zu telefonieren..."

Nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung offerierte der Verein seine Verkaufsabsicht. Das drang bis über den großen Teich. "Bei uns meldete sich Frederic Prinz von Anhalt mit ernsten Kaufabsichten", informierte Uwe Kopp. Neun Monate lang gab es zahlreiche Telefongespräche zwischen Uwe Kopp und dem Ehemann der einstigen Hollywoodgröße Zsa Zsa Gabor. "Es war schon lustig, hier versteckt aus dem Wald mit Frederic zu telefonieren", schmunzelt Uwe Kopp.

Wie ernsthaft die Kaufabsichten waren, verdeutlicht, dass Prinz August von Anhalt, einer der Adoptivsöhne, mehrfach für längere Zeit in Heinrichshorst weilte, um das Objekt genau unter die Lupe zu nehmen. "Prinz Frederic von Anhalt hatte die Absicht, hier eine Stiftung zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe sowie des Wohlfahrtswesens anzusiedeln", erläuterte Uwe Kopp. Die Verträge hätten bereits unterschriftsreif beim Notar gelegen, als Frederic doch noch einen Rückzieher machte. "Ausschlaggebend sei dabei die schwere Krankheit seiner Frau gewesen, teilte er uns mit", so Uwe Kopp.

So suchen die Heinrichshorster weiterhin nach einem finanzstarken Investor. "Wichtig ist, dass er unser Konzept einer sozialen Einrichtung am Rande der Colbitz-Letzlinger Heide mitträgt", macht Uwe Kopp deutlich. Von dem Verkaufserlös wolle sich der Verein dann ein anderes Objekt in der Region kaufen.