In Angern ist gestern ein Rettungswachestützpunkt eingeweiht worden. Mit Beginn des kommenden Jahres stationieren die Johanniter hier ein modernes Rettungsfahrzeug mit dem entsprechenden Fachpersonal.

Angern l "Ab dem 1. Januar wird dieser Rettungswachestützpunkt täglich zwischen 8 und 20 Uhr besetzt sein", informierte Johanniter-Regionalvorstand Reinhard Doberenz gestern die Gäste der kleinen Einweihungsfeier. Dazu zählten unter anderem Dezernentin Iris Herzig vom Landkreis Börde, Angerns Bürgermeister Alfred Bühnemann sowie Ratsmitglieder und Vertreter der Feuerwehr.

Unter den Gratulanten war auch Dr. Helga Schubert, die vor einigen Jahren aus Altersgründen ihre Allgemeinarztpraxis aufgegeben hatte. In eben diese Praxisräume in der Friedensstraße 6 ist jetzt der Rettungswachestützpunkt eingezogen.

"Der Gesetzgeber schreibt uns vor, dass der Rettungsdienst innerhalb von zwölf Minuten am Notfallort eintreffen muss", informierte Dezernentin Iris Herzig, "das sollte in 95 Prozent aller Fälle gewährleistet sein." Damit das auch im Nordosten des Landkreises so ist, empfahlen der Rettungsdienstbereichsbeirat des Landkreises Börde in Abstimmung mit den Kostenträgern die Einrichtung des Rettungswachestützpunktes in Angern.

Das ist allerdings vorerst nur für ein Jahr befristet. "Danach werden die Daten ausgewertet, und es wird entschieden, ob es sinnvoll ist, den Stützpunkt weiterhin zu unterhalten", stellte Iris Herzig klar. Von dieser Entscheidung hänge auch der weitere Ausbau der Räumlichkeiten ab, ergänzte Reinhard Doberenz. "Denn bislang gibt es für das Fahrzeug keine Garage und sind die Sanitäreinrichtungen in diesem Objekt noch nicht auf einem optimalen Stand."

Seit Jahresbeginn vier Anbieter im Rettungsdienst

Iris Herzig betonte, dass das Jahr 2011 für den Rettungsdienst im Landkreis Börde ein ganz besonderes Jahr gewesen sei. "Hatten wir bis dato nur einen Anbieter im Rettungsdienst, so sind es seit Jahresbeginn vier Anbieter. Ich muss sagen, dass in dieser Zeit die Qualität des Rettungswesens einen Schritt nach vorn gemacht und deutlich an Professionalität gewonnen hat." Zu den vier Anbietern zählen die Johanniter, "die für den Landkreis ein verlässlicher Partner sind", bedankte sich Iris Herzig für die bisher geleistete Arbeit.

Das in Angern stationierte Fahrzeug zählt zu den modernsten, die derzeit im Einsatz sind. Im Inneren des etwa 130000 Euro teuren Autos sind zahlreiche Geräte für eine optimale Erstversorgung der Notfallopfer installiert. "Ein Rettungsfahrzeug versieht bei uns sechs Jahre lang seinen Dienst, bevor es durch ein moderneres Auto ersetzt wird", so Reinhard Doberenz. Eingesetzt werden die in Angern stationierten Rettungssanitäter beziehungsweise Rettungsassistenten ausschließlich durch die Leitstelle des Landkreises Börde.

Regionalverband ist der größte in ganz Deutschland

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist seit fast 60 Jahren in den unterschiedlichsten sozialen und karitativen Bereichen aktiv. Sie steht in der Tradition des evangelischen Johanniterordens, dessen wichtigstes Anliegen die Hilfe von Mensch zu Mensch ist. "Der Regionalverband Magdeburg/Altmark/Börde/Harz ist mit rund 700 Beschäftigten der größte in ganz Deutschland", teilte Reinhard Doberenz mit. In Sachsen-Anhalt betreibt der Orden außerdem auch zahlreiche Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen und Kindergärten. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit 13000 Mitarbeitern eine der größten Hilfsorganisationen Europas.

Der evangelischen Tradition folgend segnete Angerns Pfarrerin Christa Kohtz den Rettungswachestützpunkt. Dass die Johanniter jetzt in Angern tätig sind, freute besonders Alexander Graf von der Schulenburg. Der Hausherr im Schloss Angern ist selbst Mitglied einer Johanniter-Subgemeinde.