Die maroden Balken des Dachstuhls werden durch neue ersetzt und die Decke der Kirche in Calvörde wird saniert. Die Kosten betragen etwa 250000 Euro. Die Maßnahme wird mit 100000 Euro aus dem Topf des Leader-Förderprogrammes finanziert.

Calvörde l Das Gotteshaus ist mit einem hohen Bauzaun umgeben. Per Turmdrehkran wird das Baumaterial durch die drei Meter große Öffnung des Kirchendaches gehoben. Die alten Balken werden durch neue ersetzt. Nur wer keine Höhenangst hat, schafft es, über das Baugerüst im Inneren des Gotteshauses bis zum Dachstuhl zu kommen. Dort scheint alles in Jahrhunderte alten Staub und frischen Sägespänen zu liegen. Die Zimmerleute arbeiten mit schweren Maschinen sowie in weiße Overalls gehüllt und mit Mund- und Ohrenschützern.

"Wir liegen gut in der Zeit. Die mittleren Deckenbalken sind bereits ausgetauscht. Dann geht es weiter mit der Deckenunterkonstruktion. Erst dann ist die Decke dran", beschreibt Andreas Knauf, Pfarrer im Ruhestand. Dabei hat der Geistliche alles andere als Ruhe. "Wegen der Schwammbekämpfung wurde an den Seitenwänden teilweise der Putz abgeschlagen. Man hatte Angst, dass sich der Schwamm hinter dem alten Putz verbirgt. Deshalb müssen später auch die Wände neu verputzt werden. Dazu braucht man natürlich trockenes Wetter. Wenn alles getrocknet ist, folgen die Malerarbeiten", erklärt Knauf.

"Hallo, ihr lieben Handwerker, wollt ihr Suppe essen?", ruft Knaufs Ehefrau Katharina so laut sie kann. Doch sie bekommt keine Antwort. Zu laut dröhnen die Sägen. In die Höhe wagt sie sich nicht. Wie gut, dass Manfred Rauer zufällig in der Nähe ist. Der ehemalige Maurer weiß, wie man ein Baugerüst erklimmt und bringt die Botschaft zu den Arbeitern. "Oh, ja Erbseneintopf. Das hört sich gut an", sind sich die Handwerker schnell einig.

Gerda Gadau kocht Erbsensuppe für die Arbeiter

Gerda Gadau hatte sich bereit erklärt, den Arbeitern mit dem Süppchen die Bäuche zu füllen und ihnen so eine Freude zu bereiten. Und auch sonst geht es den Bauarbeitern gut. Die Kirchengemeinde hatte die fleißigen Männer auch zu einem Weihnachtsgänseessen ins Wirtshaus nach Piplockenburg eingeladen. "Wir sind zufrieden mit der Arbeit der Männer", lobt der Geistliche. Die Kirchengemeinde hatte einen Leader-Förderbescheid über knapp 100000 Euro bekommen. Die Gesamtbausumme für die Sanierung der Kirchendecke beträgt 250000 Euro. Lotto-Toto unterstützt das Vorhaben mit 18000 Euro. Den Rest der Bausumme bringt die Kirchengemeinde auf.

Die jetzige Deckenmalerei ist über 100 Jahre alt. Ein herzoglicher Hofmaler aus Wolfenbüttel hat damals die drei Symbole der Dreieinigkeit gemalt. "Es wird symbolisiert der heilige Geist durch die Taufe, das Lamm mit der Siegesfahne für Jesus Christus. Und die Hand steht für Gott", erklärt Knauf. Der Restaurator, der den Auftrag für die Malerei bekommen hat, fotografierte die alten Deckenbilder ab. Später wird er die Bilder wieder originalgetreu an die Decke bringen. Etwa 3500 Euro kostet die Erneuerung der Deckenmalerei.

"Am 3. Advent wurde in einer Andacht unsere Friedhofskapelle nach umfangreicher Sanierung wieder ihrer Bestimmung übergeben. In einer etwa drei Monate andauernden Bauzeit wurde der Dachstuhl saniert, das Dach neu gedeckt, die Decken erneuert und die Räumlichkeiten gemalert", sagt der Pfarrer. In der Andacht wurde den Beteiligten gedankt. "Etliche Anschaffungen sind noch für 2012 geplant. Möglich wurde die Sanierung der Kapelle auch erst durch finanzielle Zuwendungen seitens des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) und der Gemeinde Calvörde", sagt Knauf.

Wesentlich länger hingegen dürften sich noch die Bauarbeiten an und in der Sankt-Georg-Kirche hinziehen. Geplant ist die Fertigstellung für das kommende Frühjahr. "Zielstellung ist, die Bauarbeiten zwischen Ostern und Pfingsten zu beenden. Bis dahin gibt es aber noch viel Arbeit für alle Beteiligten."

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