Luna, Dornröschen, Horst und Helmut sind allesamt Vierbeiner und im Haus Sophie gern gesehen. Die Senioren freuen sich über die Hündinnen und die Kaninchen, die Solveig Holle bei ihren Besuchen mitbringt. Und dann strengen sie sich extra an.

Von Marita Bullmann

Haldensleben l Hans Droste, Edith Barniek, Martha Wölk, Luise Böck, Erwin Walkewitz, Ruth Hartmann, Elvira Waaga und Bärbel Siegmund erwarten Solveig Holle aus Sachau schon ganz gespannt. Aber mehr als der resoluten Altmärkerin gilt die Freude an diesem Tag wohl der Mischlingshündin Luna. Golden Retriever steckt da drin, meint Solveig Holle, als sie mit der munteren Hundedame im Kreis von einem zum anderen geht. Die Senioren begrüßen Luna, dürfen sie mit beiden Händen streicheln.

Dann holt Solveig Holle eine Büchse mit Würstchenscheiben. Auf dem Fußboden hat sie kleine Reifen verteilt. "Strecken Sie Ihren Arm so hoch, wie Sie können, und dann werfen Sie die Würstchenscheibe ganz weit", ermuntert die Therapeutin und gibt den Frauen und Männern die Häppchen in die Hand. Einer nach dem anderen reckt sich, obwohl es vielen nicht leicht fällt, versucht auszuholen und wirft. Luna findet die Würstchen, egal, wohin sie fallen.

Solveig Holle hat eine Ausbildung zur Kynotherapeutin absolviert. Bei dieser Therapie ist der Hund nicht nur dazu da, gestreichelt zu werden, sondern er soll die Patienten auch zu Bewegungen motivieren, die eigentlich schwer fallen. Und so hat die Therapeutin auch eine Holzplatte mit Vertiefungen mitgebracht, die sie den Senioren in die Hand gibt. Erwin Walkewitz nimmt einen der Holzstöpsel hoch, legt eine Wurstscheibe drunter und stöpselt wieder zu. Dann hält er Luna den Holzteller entgegen. Die Hündin schnüffelt und findet das Leckerli. Schon wird der nächste Happen versteckt.

Die Senioren haben Freude an diesen Spielen und strengen sich richtig an, um die Aufgaben für den Vierbeiner vorzubereiten. Viel zu schnell vergeht die Zeit, doch die Damen und Herren wissen, dass Solveig Holle wiederkommt. Dann bringt sie vielleicht Dornröschen sowie Horst und Helmut mit, und das ist wieder etwas anderes. Dornröschen ist eine ita- lienische Straßenhündin, erzählt Solveig Holle, sie sei sehr lieb und gelehrig, allerdings mag sie es nicht, wenn sie gestreichelt wird. Deshalb nimmt die Altmärkerin Horst und Helmut mit, wenn sie mit Dornröschen kommt. Die beiden Kaninchen sind ideal zum Streicheln, und die Senioren nehmen sie gern auf den Schoß. Viele der Heimbewohner hatten selbst Haustiere und freuen sich über diese Abwechslung.

Und Solveig Holle freut sich, wenn sie den Senioren mit ihren Vierbeinern Abwechslung im Alltag bringen kann, wenn bei den Senioren Erinnerungen wach werden. Besonders zufrieden aber ist sie, wenn die Senioren bei der Beschäftigung mit dem Tier auch noch unbewusst ihre Beweglichkeit trainieren, sich dabei extra anstrengen, denn das ist ein Anliegen ihrer Arbeit.

Bilder