Ein genehmigtes Wappen, aber keine genehmigte Flagge beschäftigt gegenwärtig den Gemeinderat von Altenhausen. Grund ist die Ablehnung einer Dreistreifigkeit. Damit will der Rat sich aber nicht zufrieden geben.

Altenhausen l Mit der Kommunalgebietsreform und dem Zusammenschluss von Altenhausen, Emden und Ivenrode zur Mitgliedsgemeinde Altenhausen hat der Gemeinderat im September 2010 erstmals über die Gestaltung eines einheitlichen Wappens und einer Fahne für die Dörfer diskutiert. Während das dreiteilige und dreifarbige Wappen ohne Beanstandungen genehmigt worden war, gibt es für die Flagge noch immer kein Okay, erklärte Bürgermeister Wolfgang Behrends den Tagesordnungspunkt.

Gemeinden ist im Gegensatz zu einzelnen Ortsteilen per Gesetz das Recht eingeräumt, ihre Wappen und Flaggen zu ändern oder neue Wappen und Flaggen anzunehmen. Davon hat auch die Mitgliedsgemeinde Altenhausen mit ihren drei Orten Gebrauch gemacht.

Wolfgang Behrends: "Haben uns etwas dabei gedacht"

Die Begründung der Kommunalaufsicht als Genehmigungsbehörde, so Kommunalheraldiker Thomas Rystau, lautete, dass eine dreifarbige Flagge nicht möglich sei. Doch das wollen weder der Fachmann noch die Gemeinderäte so stehen lassen. Thomas Rystau hat bei seinen Recherchen im Landes-Hauptarchiv nämlich herausgefunden, dass mindestens zehn Fälle dreifarbig gestaltet sind.

Als Beispiele für dreistreifige Fahnen hatte er Gardelegen und Langeln im Harz mitgebracht. "Warum wird das der einen Gemeinde genehmigt und der anderen verwehrt", fragen sich nun die Altenhäuser Ratsmitglieder.

Zumal ihnen das Wappen in gleicher Gestaltung bereits seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres als Siegelbild und Briefkopf offiziell zur Verfügung steht. "Das Wappen wurde nicht moniert, darum sollte heute ein Gemeinderatsbeschluss getroffen werden, um weiter um eine Anerkennung der Flaggengestaltung ringen zu können", sagte Thomas Rystau.

Der Hintergrund, warum Altenhausen sich für die dreifarbige Variante entschieden hat, ist klar. Alle drei Ortsteile finden sich in der bildlichen Gestaltung wieder und wollten das auch mit ihren Ortsfarben unterstreichen.

"Die Dreistreifigkeit angesichts unserer drei Gemeinden sollte doch logisch und jedem nachvollziehbar sein", sagte Gemeinderat Matthias Horsika. Immerhin sei die Reform und damit der Zusammenschluss vor allem der Wille des Landes gewesen. Im Wappen gebe es die drei Grundfarben, die genehmigt sind. "Welche Farbe und damit eine ganze Gemeinde wollen wir denn da rausnehmen", fragte der Gemeinderat.

Seiner Auffassung nach konnten sich die anderen Altenhäuser Ratsmitglieder nur anschließen und baten Thomas Rystau per einstimmigem Gemeinderatsbeschluss, am Genehmigungsverfahren daranzubleiben und mit einer entsprechenden fachlichen Begründung die Flagge erneut einzureichen. Der Rat der Mitgliedsgemeinde setzt auf eine Gleichbehandlung aller Kommunen im Land Sachsen-Anhalt.

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