Vor wenigen Wochen als Stendaler Landrat verabschiedet, ist Jörg Hellmuth nun offiziell Pensionär. Wie es ihm damit geht, wollte Anke Schleusner-Reinfeldt von dem Wuster wissen.

Volksstimme: Schlafen Sie jetzt aus und lassen Sie erst einmal den lieben langen Tag die Seele baumeln?

Jörg Hellmuth: Nein. Eigentlich hat sich gar nichts geändert. Ich stehe wie immer früh auf und hab dann genug bis zum Abend zu tun. Vor kurzem allerdings musste ich tatsächlich die Beine hochlegen und pausieren, weil ich wegen einer auf die freie Zeit rausgeschobenen Operation ins Krankenhaus musste. Alles ist gut überstanden, und jetzt bin ich wieder fit.

Volksstimme: Was nimmt Ihre Zeit jetzt am meisten in Anspruch?

Jörg Hellmuth: Die Vorbereitung der Wuster Sommerschule, deren erster Durchgang am 15. Juli beginnt, ist sehr aufwändig. Ich bin fast jeden Tag im Büro, um Absprachen zu den Dozenten und den Programmen zu treffen. Ich hatte mich schon immer für die Sommerschule in meinem Heimatort engagiert, aber als Leiter seit letzten August hat man doch weitaus mehr zu tun. Gerade beende ich den Volkshochschulkurs Buchführung für Vereine, und dann leite ich ja weiterhin den Förderkreis der Fachhochschule Stendal und den Regionalverein Altmark. Zu Hause im Garten gibt es nach der Winterpause auch genug zu tun.

Volksstimme: Wie war denn Ihr Abschied vom Landratsamt?

Jörg Hellmuth: Sehr bewegend. Meine Mitstreiter haben mir große Freude bereitet. Ich hoffe, dass meine Wahl als Bundestagsabgeordneter erfolgreich ist und ich mich dann auch weiterhin für die Belange in meinem Wahlkreis einsetzen kann. Denn hier ist mir vieles

ans Herz gewachsen, und ich hoffe, dass die angeschobenen und auch neue Projekte umgesetzt werden.

Volksstimme: Sie hatten sich zum Abschied statt Blumen Geld für die Wuster Sommerschule gewünscht...

Jörg Hellmuth: Ja, und es ist die beachtliche Summe von 4500 Euro zusammengekommen. Dafür danke ich noch einmal allen ganz herzlich.

Volksstimme: Was passiert mit diesem Geld?

Jörg Hellmuth: In der Sportbaracke, die ja als Sommerschultheater in diesem Jahr für die Dreigroschenoper dient, müssen die Versorgungsmöglichkeiten verbessert werden. Und wir brauchen für den Sommerschulspeicher neue Stühle. Denn länger als eine Stunde hält man es auf den vorhandenen Stühlen nicht aus. Für eine komplett neue Bestuhlung wird das Geld zwar nicht reichen, aber wir können einen Anfang machen. Außerdem haben wir für das Projekt "Kunst für Demokratie" der Schönhauser Otto-von-Bismarck-Stiftung etwas Geld gespendet.

Volksstimme: Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?

Jörg Hellmuth: Im Moment ist noch nichts Besonderes geplant. Ich mache einfach weiter meine ehrenamtliche Arbeit. Die Menschen hier in der Region kennen mich und können gut entscheiden, ob sie mir ihre Stimme geben oder nicht. Ich wünsche mir natürlich sehr, dass der Einzug in den Bundestag klappt, denn Pensionär will ich dann doch noch nicht sein.