Über 400 Besucher füllten am Sonnabend den Havelberger Dom, um das Konzert von Gregorianika zu erleben. Die sieben Sänger traten im Mönchsgewand vor die Zuhörer.

Havelberg l Pünktlich musste man sein, um einen der guten Plätze im Dom für das Konzert zu bekommen. Gerne würde Pfarrer Frank Städler jeden Sonntag zum Gottesdienst so viele Gäste begrüßen können, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme und freute sich über das große Interesse an diesem Konzert.

Mit dem Einzug der sieben Sänger durch den Dom in Richtung Lettner begann das 90minütige Programm, zu dem Basssänger und Dirigent Oleksiy Semenschuk die Anwesenden herzlich begrüßte und ihnen kurz den Programmablauf offerierte.

Im ersten Teil trugen die Sänger gregorianische Klänge, Kirchenlieder sowie eigene Kompositionen vor. Mit dem "Mönchgebet" begann der stimmungsvolle und beeindruckende Liederabend. Außerdem zu hören waren "Dies Santifivatus", "Ave Maria" "Knight in shining amour" sowie "Incantabile" und "Ameno". Während sich die Zuhörer bei den ersten Liedern mit Beifall zurück hielten - wie es in einem Gotteshaus üblich ist -, konnten sie ihre Begeisterung dann doch nicht bremsen und bedachten jeden Beitrag mit herzlichem Applaus.

Nach 45 Minuten gab es die "Halbzeitpause". Einige fußballinteressierte Konzertgäste informierten sich per Telefon vor dem Dom über den Halbzeitstand des DFB-Pokalfinales zwischen FC Bayern München und VfB Stuttgart: für den Favoriten aus München stand es gerade 1:0.

Musikalischer Brückenschlag in die Gegenwart

Im zweiten Abschnitt zeigten die Sänger, wie man einen stilprägenden Brückenschlag vom Mittelalter in die Gegenwart machen kann und trugen eigene modernere Kompositionen vor. Diese zeigten, wie Gregorianik heute klingen kann: authentisch und dennoch zeitnah. So sangen sie neben "Leib Christi", "Gloria", Mozarts "Ave verum" auch "Jungfrau Maria". Das Konzert endete mit Titeln wie "Mädchen am Fluss", "It\'s up to us" und "Gelobt sei der Name Gottes".

Die Konzertbesucher ließen die sieben Sänger nicht ohne mehrere Zugaben gehen.

Nach der zweiten "Konzerthalbzeit" stand dann auch der Fußballpokalsieger fest. Die Münchener gewannen 3:2 in Berlin gegen Stuttgart.

"Es war ein beeindruckendes Konzert", resümierte Klaus Wünsch von der gleichnamigen Veranstaltungsagentur. Er dankte allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beitrugen. "Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit und ein tolles Publikum!"

Er kann sich gut vorstellen, wieder mit einem Konzert in die schöne Domstadt zu kommen.

Harmonische Gemeinschaft

Die sieben Sänger bilden eine harmonische Gemeinschaft. Taras Strokun ist trotz seiner Jugend schon voll ausgebildeter Bariton und belebt die Arrangements von Gregorianika durch Wärme und Ausdruckskraft. Vasyl Melnychuks sanfter Ton verleiht den Liedern einen Extra-Hauch Mystik. Volodymyr Popiv ist für die ganz hohen Töne zuständig. Oleksiy Semenchuk trägt als Dirigent und musikalischer Leiter des Chors die Verantwortung. Petro Pavlinskyys perfekt ausgebildete, junge Stimme verleiht dem Chor die nötige Frische, um neben Mystik und innerer Einkehr auch Lebensfreude transportieren zu können. Bohdan Slipak sorgt mit seiner Stimme dafür, dass zwischen den Solisten aus Bass und Tenor kein Vakuum entsteht. Und das siebente Mitglied, Serhiy Rybyn, ist der "Engel", der vielen Sologesängen Flügel verleiht und den Zuhörern Schauer der Verzückung über den Rücken jagt.

 

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