Der Kamernsche See, ein alter Elbarm, war durchs Fischbecker Deichbruchwasser um 2,6 Meter angeschwollen - entsprechend hoch sind die Schäden in der Kommune.

Kamern l Ein nicht geringer Anteil an den kommunalen Flutschäden in Höhe von insgesamt 85 Millionen Euro in der Verbandsgemeinde entfällt auf Kamern: Auf immerhin 21,6 Millionen Euro summieren sich hier die Schäden an der kommunalen Infrastruktur. Laut Bauamtsplan sollen sie bis 2016 beseitigt sein. Erste Maßnahmen laufen jetzt an.

Auf der Ratssitzung in Kamern informierte Bauamtsleiterin Christine Maczutajtis über Einzelheiten. Unterteilt werden die Schäden in inner- und außerörtliche Bereiche, ein dicker Ordner ist mit Schadenserfassung, Fotos, Lage und Kosten entstanden. In der Verbandsgemeinde sind um die 200 Wege einschließlich Brücken betroffen, für Kamern und seine Ortsteile werden immerhin 50 Maßnahmen im Außenbereich aufgelistet, im Innenbereich sind es 25.

Am wichtigsten ist die Sanierung der Brücken. So stehen denn auch die Radlerbrücken am Rahnsee und am Hunnenberggraben auf dem Plan, ebenso sechs Bauwerke über den Trüben- und Rütschgraben, den Land- und Weidegraben sowie den Warnauer Vorfluter.

Sanierung der Brücken ist am wichtigsten

Die Turnhalle und das Feuerwehrdepot in Kamern wurden durch Einquartierungen in Mitleidenschaft gezogen, die Gemeindescheune stand im Wasser. Komplett neu gebaut werden muss der Jugendtreff am See, das Konzept für das komplette Areal - also samt Badestelle und Bühne - wird auf der nächsten Sitzung präsentiert. Zu sanieren ist auch der Außenbereich der Kita.

Einige Straßen in den Orten haben durch die Flut oder die schwere Technik ebenfalls gelitten: Am See, Am Deich, die Bankette am Schulsteig und der Gehweg an der Chausseestraße in Kamern, der Seeweg in Wulkau, der Weg zum Campingplatz Schönfeld und die Dorfstraße Neukamern stehen unter anderem auf der Liste. Natürlich auch der aufgerissene und überspülte Radweg von Kamern nach Wulkau.

Arg beschädigt durch die Fluten wurden auf dem Campingplatz Schönfeld die beiden Sanitär- und das Mehrzweckgebäude sowie die beiden Doppelbungalows der Gemeinde. Das Büro wird ins alte Sanitärgebäude umziehen, weshalb die Gaststätte vergrößert werden kann, der Plan wird auf der nächsten Sitzung vorgestellt. Die Trinkwasserleitung wird ebenfalls saniert.

Sämtliche Badestellen stehen auf der Liste - wobei die Wulkauer am Rahnsee vieles in Eigenregie erledigen wollen. Nicht zuletzt ist eine halbe Million Euro für Ersatzanpflanzungen vorgesehen.

Schadensaufnahme ist nicht abgeschlossen

Die Schadensaufnahme ist noch nicht abgeschlossen. Die Gemeinderäte schlugen vor, die Dorfstraßen in Schönfeld und Wulkau sowie die Birkenallee Kamern noch mit aufzunehmen. Und am Wehr Neukamern sollte eine Brücke hin.

Für den Außenbereich sind Investitionen in Höhe von knapp 14 Millionen Euro aufgelistet. Neben den bereits erwähnten Brücken - darunter auch die alte Bahnbrücke in Schönfeld - sollen diverse Wege unter anderem zur Deichverteidigung und als Fluchtwege mit Spurbahnen befestigt werden. In Kamern steht der Rütschweg ganz oben auf der Liste, der Querverbinder nach Neukamern, die Anbindung von Rehberg an den Havelradweg und der Weg nach Warnau. In Schönfeld ist es der Triftweg, der Elbweg wird im Zuge der laufenden Deichsanierung ohnehin saniert. Den Landwirten dort ist es wichtig, dass der Weg über die alte Bahnbrücke erhalten bleibt. Die Wulkauer schlugen als wichtigste den Jederitzer Weg und den zum Wehr Neukamern vor.

Für die 25 Maßnahmen im Innenbereich sind 7,6 Millionen Euro veranschlagt. Mit den Zusätzen wurden beide Beschlüsse einstimmig gefasst.