Während wegen des heranziehenden Orkantiefs Xaver mancherorts die Weihnachtsmärkte gestern geschlossen blieben, wurde der Havelberger am Nachmittag erstmal eröffnet. In der Gewissheit, schnell alles sichern zu können, trotzten Händler und Akteure bis zum Abend dem böigen Wind.

Havelberg l Der Weihnachtsmann hat sich entschieden, seine Rentiere samt Schlitten zu schonen, zumal sie ja auch noch in der Nacht zu heute dem Nikolaus zur Seite stehen mussten. Deshalb fuhr er gestern Nachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Poloski mit einer robusten Kutsche, die von schweren Haflingern gezogen wurde, auf der Stadtinsel vor. Viele Kinder und Erwachsene warteten bereits auf dem Kirchplatz, der mit hübsch gestalteten Holzhütten, Weihnachtskrippe, Lichterbaum und den großen Holzfiguren wieder festlich geschmückt ist.

"Havelberg ist offizielle Weihnachtsstadt"

Der Bürgermeister hieß alle Gäste willkommen und sagte, in Erinnerung an das schwierige Jahr mit Hochwasser und ausgefallenem Pferdemarkt, "dass wir auch den Weihnachtsmarkt mit mehr Wind und Regen als Schnee überstehen werden". Er dankte allen, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen in die Vorbereitung eingebracht haben und allen Händlern - ob privat oder gewerblich - für ihre Bereitschaft zum Mitmachen.

Lediglich zwei Händler hatten abgesagt, einer krankheitsbedingt, ein anderer, der befürchtet hat, dass sein Pavillon dem Wind nicht standhalten würde, sagte Ordnungsamtsmitarbeiterin Silke Lisges im Gespräch mit der Volksstimme. Das Telefon hatte seit dem Morgen nicht stillgestanden. Viele fragten, ob der Weihnachtsmarkt abgesagt wird. Doch entschied sich die Stadt, den Markt auf jeden Fall zu eröffnen und dann zu entscheiden, ob er bei zunehmendem Wind geschlossen wird.

Für die "Havelspatzen" aus den Kitas "Regenbogen" und "Zwergenland" wurde vorsichtshalber der Stadtbus bereitgestellt, damit sie schnell wieder hochgebracht werden könnten. Das war allerdings nicht erforderlich. Auch die Jüngsten trotzten dem Wind. Die Händler in den 19 Weihnachtshütten zeigten sich zunächst gelassen. Wenn es zu stürmisch wird und auch kein Besucher mehr kommt, muss eben geschlossen werden, war die einhellige Meinung.

Vorbereitet auf viele Gäste sind sie auf jeden Fall. Mit Grünkohl mit Kassler oder Knackwurst, gegrillter Wildwurst, Bratkartoffeln, Buga-Schnitzel, slawischer Suppe, Waffeln, Schoko-Obst, Feuerzangenbowle, Glühwein und jede Menge anderer Leckereien dürfte für jeden Geschmack was dabei sein.

Vom Weihnachtsmann (Roy Angermann) gab\'s jedenfalls schon ein Lob: "Ich war in Norwegen, Italien und auf dem Striezelmarkt in Dresden. Überall ist es schön, aber in Havelberg ist es sehr schön. Deshalb ernenne ich Havelberg für 2013 zur offiziellen Weihnachtsstadt."

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