Havelberg (ans) l Gedanken zum Thema Wasserstraße und Wassertourismus macht sich der Havelberger Lothar Frontzek. Schon im vorigen Jahr erarbeitete er Denkanstöße. Mit einem Brief wandte er sich Anfang des Jahres an den sachsen-anhaltischen Landwirtschaftsminister. Daraus entstanden ist die Informationsveranstaltung an diesem Donnerstag um 15 Uhr Altarmwehr/Kahnschleuse in Quitzöbel, zu der er Interessierte herzlich einlädt. Zu den Teilnehmern gehören Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, des Landesbetriebes für Hochwasserschutz, der FUN-Initiative und der Stadt.

In Sachen Wehranlage, die in den Ländern Brandeburg und Sachsen-Anhalt liegt, geht es dem Vorsitzenden des SPD-Ortsverbandes um die bauliche Seite und hier speziell um das Altarmwehr mit Kahnschleuse, das seit 2009 eine Baustelle ist. In seinem Brief an den Minister steht dazu unter anderem: "Für mich ergeben sich im Wesentlichen zwei Fragen. Die wichtigere ist die nach dem Hochwasserschutz, denn seit 2009 ist das Altarmwehr außer Betrieb, trotzdem gab es 2013 keine Probleme? Welche Bedeutung hat dieses Wehr für den Hochwasserschutz, ist unser LHW ausreichend in die Umgestaltung des Wehres mit einbezogen, um die Interessen unseres Bundeslandes zu wahren? War die bisherige Arbeit umsonst?" Die zweite Frage bzw. das zweite Problem besteht darin, dass trotz einer mit viel Aufwand sanierten Kahnschleuse Gnevsdorf eine Schiffbarkeit mit Sportbooten und kleineren Ausflugsschiffen von Havelberg bis zur Havelmündung seit 2009 nicht mehr machbar ist, ein touristisches Potenzial praktisch brach liegt, auch das der Anrainerorte. Nicht zuletzt muss seit 2009 die große Schleuse Havelberg auch für ein kleines Paddelboot höchst unwirtschaftlich betrieben werden. Das ist aber wohl eher eine Frage für das Wirtschaftsministerium."

In seinen Denkanstößen heißt es unter anderem: "Die Renaturierung der Unteren Havel, die Errichtung des hochmodernen Informationszentrums Natura 2000 ,Haus der Flüsse` durch die Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe und die Buga 2015 bilden ideale Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Wassertourismus im Nordosten Sachsen-Anhalts.

Staustufe Molkenberg ist dem Verfall preisgegeben

Auf Grund der territorialen Lage zum Land Brandenburg, einer wassertouristischen Hochburg, bieten sich zudem zahlreiche Ansätze für eine fruchtbare Zusammenarbeit zum gegenseitigem Vorteil. Aus meiner Sicht, der eines einheimischen Wassertouristen, gibt es aber noch brachliegendes touristisches Potenzial." Hierzu zählt Lothar Frontzek zum Beispiel eine gute Werbung von der Elbe aus für die Hansestadt. Durch eine funktionierende Schleuse Quitzöbel wäre eine von Havelberg aus über Werben und Gnevsdorf führende touristisch sehr reizvolle Elbe-Havel-Fahrt selbst mit kleinen Fahrgastschiffen möglich, viele neue Besucher könnte angezogen werden. Die Frage steht auch, wie die Vorstellung zu den Radwegen sind.

Zu Vehlgast schreibt er: "Der neu geschaffene Bootsanleger in Vehlgast kann nur funktionieren, wenn der Altarmanschluss irgendwann so gelingt, dass genügend Durchströmung erreicht wird. Hier sind aber bis jetzt öffentliche und auch private Gelder offensichtlich erstmal nur ,in den Sand` gesetzt worden." Und zu Warnau: "Bei der Planung für die Renaturierung der Havel sollte aus touristischer Sicht unbedingt ein Anschluss nach Warnau wieder hergestellt werden, in Verbindung oder auch separat mit einem Bootsanleger für den Ort, da hier auch über den Radtourismus am Havelradweg schon Infrastruktur vorhanden ist, auch Gastronomie mit Potenzial für Entstehung von Arbeitsplätzen."

Ein Problem sieht der Havelberger in der Staustufe Molkenberg. "Errichtet für die Molkenberger/Gülper Havel, wird sie offenbar dem Verfall preisgegeben. Die Kahnschleuse ist seit Jahren gesperrt, eine reizvolle Kanuroute über die vollsanierte Kahnschleuse Gülpe, Strodehne, Garz und Warnau nach Molkenberg zurück bleibt Illusion. Ein Problem auch für den privaten Investor, der in Molkenberg eine Marina errichtet hat. Das Amt in Rhinow und die Landwirte sind ebenfalls mit der Situation höchst unzufrieden und fordern vom Land dringend Änderungen, auch mit Blick auf den Hochwasserschutz.