Havelberg l Es quietscht und knirscht. Wie durch Butter geleitet der Schneider durch den Holm des Unfallwagens. Nur ein paar Sekunden, dann ist er durch. Auch der zweite Holm ist schnell entzwei und die Kameraden können das Dach abheben. Nun kommen die Sanitäter an den "verletzten" Lucas Graff heran. Mit vereinten Kräften heben sie ihn aus dem Wrack auf die Trage. Geschafft.

Die Hilfeleistung beim Verkehrsunfall, bei dem zwei Fahrzeuge frontal zusammengestoßen waren und beide Fahrer befreit werden mussten, war nur eine der vielen Demonstrationen, die die Besucher am Sonnabend beim Tag der Retter in der Havelberger Elbstraße zu sehen bekamen. Bürgermeister Bernd Poloski freute sich, alle sieben Wehren der Einheitsgemeinde begrüßen zu können. Außerdem dabei waren die Feuerwehr Glöwen, das DRK des Landkreises Stendal sowie der Landkreis Prignitz mit der Kreisfeuerwehrschule und das Blaulichtmuseum Beuster, das eine alte Drehleiter mitbrachte. "Wieder einmal sieht man, mit welcher Leidenschaft Sie das Ehrenamt ausführen", danke Bernd Poloski den Mitwirkenden. "Für Ausbildung, Schulungen und Einsätze verzichten Sie auf ihre Freizeit, dafür ganz herzlichen Dank!" Der Tag der Retter diente auch gleichzeitig als Werbung für die Mitgliedschaft in der Feuerwehr, die fast in allem Orten Nachwuchssorgen plagen.

Einsatzkleidung im Wandel der Zeit

Die Demonstration der Leistungsfähigkeit begann mit einer Modenschau. Einsatzbekleidung im Wandel der Zeit wurde vorgeführt. Wie man reagieren muss, wenn es in der Küche zu einem Fettbrand kommt, zeigten die Glöwener. Dann ging es hoch hinaus: Auf einem alten Stahlmasten saß in etwa zehn Metern Höhe eine Person fest. Nur über die Leiter konnte sie gerettet werden. Die Havelberger machten ihr Fahrzeug startklar. Nicht nur die Leiter wurde ausgefahren, sondern zwei Kameraden stiegen auch die Leiter am Turm hoch, gut gesichert natürlich. Am Ende konnte auch diese Person am Boden sicher den Sanitätern übergeben werden.

Die Zuschauer hatten Gelegenheit, selbst aktiv zu werden und die Handhabung eines Feuerlöschers auszuprobieren. Zum Einsatz kommen kann er beispielsweise bei einem Grill-Unfall, wie er im Sommer tagtäglich vorkommen kann. Auch hier zeigte die Feuerwehr, was zu tun ist, wenn Menschen plötzlich in Flammen stehen.

Auto steht in Flammen

Zum Abschluss des vierstündigen Programmes brannte ein Auto. Man muss wie die Feuerwehrleute schon genau wissen, wie man vorgeht, um die Flammen schnell zu löschen und im Ernstfall auch eine Person retten zu können.

Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler, der die Vorführungen moderierte und den Zuhörern wissenswerte Fakten lieferte, dankte allen Mitwirkenden, die trotz der Hitze ihr Bestes gaben.

Am 4. Juli ist Havelberg Gastgeber des Kreisfeuerwehrausscheides, zu dem rund 40 Wehren aus dem Landkreis Stendal erwartet werden.<6>

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