Der Maschinenring, der Landwirten beratend und helfend zur Seite steht, zieht eine positive Bilanz und investiert in die Zukunft.

Elbe-Havel-Land l Die neueste Anschaffung stand vor dem Sitz des Maschinenringes und seiner Tochter "Elb-Havel-Winkel-Service" in der Fischbecker Hauptstraße 19, als die Mitglieder hier vor wenigen Tagen zur Jahreshauptversammlung erschienen. Der "Multi-Prob" - ein allradgetriebenes Fahrzeug mit entsprechender Technik - kann Bodenproben für die Bestimmung des Stickstoffgehaltes aus einer Tiefe von 90 Zentimetern entnehmen. "Das wird laut neuer Düngeverordnung ab 2016 Pflicht für alle Landwirte", weiß der Geschäftsführer des Maschinenringes, Christoph Albrecht. Vor der ersten Düngung im Frühling muss die Beprobung der Ackerflächen erfolgen. Das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) kontrolliert das. Denn die deutschen Böden sind zu hoch belastet und der Stickstoffgehalt muss minimiert werden. Entsprechend der Ergebnisse, die nach der Untersuchung der Bodenproben im Labor ermittelt worden sind, gibt es für die Landwirte eine Düngeempfehlung.

Auch Standardproben für die Makronährstoffe Phosphor, Magnesium und Kalium oder den ph-Wert kann der Multi-Prob entnehmen.

Die Technik, die dem Maschinenring bisher für die Bodenentnahme zur Verfügung stand, konnte nur bis in eine Tiefe von 60 Zentimetern bohren. Und sie war auf einem Quad installiert - bei Regen musste die Arbeit abgebrochen werden.

62mal wurde Betriebshilfe in Anspruch genommen

"Mit der Investition, die den Maschinenring rund 65000 Euro gekostet hat, sind wir im klaren Wettbewerbsvorteil", berichtet Holger Schmidt. Er ist einer der vier Mitarbeiter, die für die Bodenproben zuständig sind. "Dass wir mit Michael Rieder nun auch einen Düngeberater haben, zahlt sich ebenfalls aus", ist Christoph Albrecht zufrieden. Die Zahlen, die er auf der Mitgliederversammlung in seinem Geschäftsbericht für 2014 vorlegte, sprechen für sich. 17 neue Mitglieder - Betriebe und Institutionen - sind gewonnen worden. Nunmehr hat der Maschinenring 153 Betriebe, die eine Fläche von 45000 Hektar zusammenbringen. Die befinden sich im Gebiet der Altkreise Havelberg, Genthin, Burg und Stendal sowie angrenzend in Brandenburg.

Der Maschinenring macht aber noch mehr, als Bodenproben zu entnehmen und über Düngemittel zu beraten. Auch die Vermittlung von Maschinen und die Logistik für Biogasanlagen gehört dazu. Und ganz wichtig: die Betriebshilfe. Landwirte, die aufgrund längerer Krankheit ausfallen oder während der Ernte Unterstützung brauchen, bekommen personelle Hilfe. Immerhin 62 Fälle mit zusammengerechnet 12000 Stunden der sozialen Betriebshilfe wegen unerwarteten Ausfalls wurden 2014 in Anspruch genommen.

Zusammengerechnet konnte der Maschinenring und die Service-GmbH mit den Aufträgen 2014 leicht zulegen.

Ausgleich für Veränderung der Bodenstruktur

Besonders dankbar sind die von der Flut im Sommer 2013 betroffenen Landwirte dem Maschinenring. Denn die Auswirkungen, die die Überflutung angerichtet hat, waren enorm: Nicht nur die Ernte war vernichtet, sondern es traten auch Strukturschäden durch die Verdichtung des Bodens auf. Dafür muss es eine finanzielle Entschädigung geben! Eine Initiativgruppe mit den Landwirten Michael Briest von der Agrargenossenschaft Fischbeck, Ottmar Kapl von der Agrargenossenschaft Scharlibbe, Landwirt und Lohnunternehmer Dieter Northe aus Fischbeck, Bernd Bleis aus Schönhausen und Jens Köpke aus Garz unter dem Vorsitz von Christoph Albrecht sowie Edmund Hermann aus Burg machte auf politischer Ebene Druck. Mit Erfolg. Der Agrarausschuss des Landes Sachsen-Anhalt tagte im Mai 2014 in Fischbeck und die Mitglieder konnten sich vor Ort ansehen, wie es um die Böden bestellt ist. Nachweise wurden erbracht, dass es durch das Stehen des Wassers und die Strömung zur Strukturveränderung gekommen ist. Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens gab die Zusage, zu helfen. Und tatsächlich flossen im Herbst die Gelder, so dass die Bauern die Äcker besonders tief bearbeiten konnten. "Diese Unterstützung hat uns sehr geholfen", sagt Bernd Bleis, "wir sind dem Maschinenring sehr dankbar, dass er sich so sehr für uns eingesetzt hat". Generell könne man mit der Fluthilfe zufrieden sein, auch wenn nicht alle Verluste beglichen worden sind. "Auch die Milchbauern hätten einen Ausgleich für die minimierte Milchleistung der Kühe nach der Flut bekommen müssen." Bei ihm habe es ein Jahr gedauert, bis die Küche wieder die Menge lieferten wie vor dem 10. Juni 2013. Viele Tiere waren durch Evakuierung oder das Stehen auf einer Insel enormem Stress ausgesetzt, was sich auf ihre Gesundheit und die Milchleistung auswirkte. "Die Existenzängste, die uns alle plagten, haben ihre Spuren hinterlassen." Und um die Ernte 2015 macht sich Bernd Bleis auch langsam Sorgen. Regen fehlt und die ersten Schäden sind deutlich zu sehen.

Die Initiativgruppe Hochwasser ist im November 2014 aufgelöst worden. Die Mitglieder bekamen auf der Jahresversammlung noch einmal einen dankenden Applaus.

Stolz berichtete Christoph Albrecht vom 30. Juni 2014, als es bei einer Versammlung zum Abschluss der siebenjährigen Leader-Förderphase eine Auszeichnung für den Maschinenring gab. Er gehörte zu den 296 Projekten in Sachsen-Anhalt, die bei ihren Vorhaben finanziell unterstützt worden sind. Die Umgestaltung der alten Hofstelle in der Fischbecker Hauptstraße zum neuen Sitz des Maschinenringes kam so gut an, dass es als eines von zehn innovativen Projekten ausgezeichnet worden ist. "Wir haben die Fördermittel und unsere Eigenmittel also bestens angelegt.""

Und die neueste Investition - der Multi-Prob - soll sich ganz genauso lohnen.