Havelberg l Über die Arbeit des Havelberger Krankenhauses hat sich der Kreisausschuss für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit am Mittwoch informiert. Geschäftsführerin Pia Gabel und der neue Ärztliche Direktor des KMG Klinikums und Chefarzt für Innere Medizin Prof. Dr. Thomas Wertgen standen den Kreistagsmitgliedern Rede und Antwort.

"Der Ausschuss besucht in jeder Wahlperiode jedes der drei Krankenhäuser in unserem Landkreis", sagte Ausschussvorsitzende Helga Paschke (Die Linke). In Havelberg wollten sich die Ausschussmitglieder zudem über die Versorgung der Elb-Havel-Region im ambulanten medizinischen Bereich informieren. Doch musste der Tagesordnungspunkt gestrichen werden, da der kassenärztliche Vertreter kurzfristig seine Teilnahme abgesagt hatte, bedauerte die Vorsitzende.

Neues Bettenhaus ist Qualitätsgewinn

Das Havelberger Krankenhaus ist für 80 Betten ausgelegt. Ende des vergangenen Jahres wurde der Anbau des neuen Bettenhauses eingeweiht. Das ist nicht nur ein qualitativer Gewinn für Patienten und Mitarbeiter - zuvor gab es zum Beispiel keine sanitären Einrichtungen auf den Zimmern -, sondern auch städtebaulich in unmittelbarer Nähe zum Dom ein wichtiger Aspekt.

Derzeit erfolgt die Sanierung des alten Gebäudes. Bei laufendem Betrieb keine einfache Sache. Aber das funktioniert gut, versicherte Pia Gabel, die von einer großen Einsatzbereitschaft aller Mitarbeiter berichtete. Die Bauarbeiten liegen sehr gut im Plan. Im nächsten Frühjahr sollen sie abgeschlossen sein. Die Fassade zur Straßenseite hin war mit Blick auf die Buga bereits erneuert worden, die Hofseite kommt im Zuge der Sanierung an die Reihe.

Das Krankenhaus zur Grund- und Notfallversorgung sichert neben der medizinischen Versorgung der Elb-Havel-Region auch die der umliegenden Gemeinden im Brandenburgischen mit ab. Durch die Kooperation mit weiteren Kliniken der KMG, insbesondere auch mit Kyritz, ist eine umfangreiche medizinische Versorgung auch auf Spezialgebieten abgesichert. Wichtig ist der KMG die Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten. Ein Schwerpunkt ist eine gute Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten.

Durchgangsarzt für Krankenhaus gefordert

Prof. Wertgen wollte von den Kreistagsmitgliedern wissen, was sie vom Krankenhaus erwarten. "Tun sie alles dafür, dass das Krankenhaus erhalten bleibt", war eine Antwort, schließlich liege Havelberg weit ab von der Kreisstadt und die Klinik sei bedeutend für die Menschen vor Ort. Auch in Bezug auf eine gut funktionierende Rettungsstelle. Mit den vorgenommenen Investitionen, die auch die Medizintechnik betreffen, habe die KMG ein Zeichen gesetzt, dass sie zu diesem vergleichbaren kleinen Krankenhaus steht, finden die Ausschussmitglieder.

Ein Problem sprach Herbert Luksch, Kreistagsmitglied aus Havelberg, an. Gut wäre es, wenn es wieder einen Durchgangsarzt am Krankenhaus gebe. Jetzt müssen alle Patienten mit Arbeits- oder Schulunfällen nach Kyritz. In der Ausschreibung für die Stelle des neuen Chefarztes der Chirurgie ist dieser Aspekt mit berücksichtigt worden, sagte Pia Gabel. Die Räumlichkeiten für einen D-Arzt sind vorhanden. Aktiv auf der Suche ist die KMG außerdem weiter nach einem Allgemeinmediziner für die ambulante Versorgung.