Seit der Eröffnung der Buchstation "Lesen und Lesen lassen" vor gut einem Monat hat sich die Bücherei der etwas anderen Art schon sehr gemausert. Der Bestand an Büchern ist auf fast 2000 angewachsen. Viele Leute schauten schon herein und tauschten ein ausgelesenes Exemplar gegen ein anderes ein. Mit Hilfe von Ehrenamtlichen und der Bürgerarbeiterin Gabriele Gaida sind längere Öffnungszeiten möglich.

Havelberg. "Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor groß", berichtet Karin Laurenz, die im Rahmen des Kulturprojektes Stadtinsel die Koordinierung für die Buchstation in ihren Händen hält. Viele Leute bringen ausgelesene Bücher in das ehemalige Geschäft in der Langen Straße 10, das jetzt die Buchstation ist. Am Anfang war auch die Resonanz von Besuchern groß. Havelberger und Touristen schauten hinein und erkundigten sich über die Angebote. Jeden Tag viele Besucher wünschen sich die Ehrenamtlichen um Karin Laurenz und Bürgerarbeiterin Gabriele Gaida auch für die Zukunft.

Vielleicht waren es zunächst in der Sommersaison vor allem Touristen, die sich in der Buchstation mit Lesestoff für ihre Urlaubstage versorgt haben, und die Einheimischen kommen verstärkt im Herbst, wenn die kürzer werdenden Abende mehr zum Lesen einladen, überlegen die Frauen. Es waren auch schon Leute da, die angekündigt haben, sich im Herbst, wenn man draußen etwa im Garten nichts mehr machen kann, Bücher zu holen.

Wie funktioniert die Buchstation? Eine Möglichkeit ist es, ein eigenes Buch mitzubringen und es gegen eines aus dem Bestand der Buchstation einzutauschen. Es können aber auch einfach Bücher ausgewählt und gegen eine kleine Spende mitgenommen werden. Eine dritte Variante ist das Ausleihen, was ganz umkompliziert ermöglicht wird. Übrigens auch für Hörbücher. Und wer nur mal schnell etwa in einem Lexikon etwas nachschlagen will, hat dafür ebenfalls Gelegenheit.

Um in Ruhe blättern und lesen zu können, stehen Sitz- und Sofaecken und ein Schreibtisch zur Verfügung. Das alles übrigens auch bei einer Tasse Kaffee zum Selbstkostenpreis.

Mit der Eröffnung des Schülerfirmenladens gleich nebenan in den Räumlichkeiten der Buchstation dürfte sie außer wegen der Fachliteratur für junge Leute noch interessanter werden. Denn Produkte der Schülerfirmen des SITI werden dort angeboten.

Mit Anneliese Weiß und Christine Foege sind unter den ehrenamtlichen Helfern zwei Expertinnen tätig. Anneliese Weiß ist vielen Havelbergern noch als Leiterin der städtischen Bibliothek bekannt. Christine Foege hat ihr Berufsleben in einem Buchladen mit Antiquariat begonnen. Hannelore Przybysz liest selbst gern und nutzt die Zeit in der Buchstation auch mal, um selbst in Werken zu schmökern und Neues zu entdecken. "Ich fühle mich mit der Stadt verbunden", erklärt sie ihr ehrenamtliches Engagement. Regina Gromm sieht die Buchstation auch als gute Stätte, in der sich Leute begegnen können.

Die Buchstation als Kommunikationspunkt auf der Stadtinsel – das ist das Ziel, das die Frauen erreichen wollen. Deshalb wollen sie zum Beispiel zu Lesungen einladen. Auch für Kinder. "Wir haben so viele schöne Kinderbücher", schwärmt Christine Foege.

Doch zunächst wird noch eifrig sortiert. Alt und neu, Belletristik, Krimis, Glaubensthemen... "Wir sind noch dabei, eine Systematik aufzubauen", sagt Anneliese Weiß und hofft, dass noch weitere Regale kommen, um alle Bücher gut präsentieren zu können.

Neben der Literatur soll auch Kunst weiterhin einen Platz in der Langen Straße 10 haben. Grafiken und Bilder werden ausgestellt, berichtet Karin Laurenz. Schilder mit großer Aufschrift "Geöffnet" sollen die Hemmschwelle nehmen und Leute ermuntern, hineinzuschauen. Mit Info-Zetteln will die Buchstation auf sich aufmerksam machen. Etwa bei den Kindern im Hort.

Einiges zur Ausstattung wird noch benötigt. Regale, Computer, Spüle und Staubsauger, zählen die Frauen auf.

Geöffnet ist die Buchstation wie folgt: Montag 10 bis 15 Uhr, Dienstag 10 bis 19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 bis 17 Uhr und Freitag 10 bis 16 Uhr.