Havelberg (ans). Workshops in Barcamp-Form standen am Sonnabend im Mittelpunkt des Zukunftstages Havelberg im Erlebnispädagogischen Centrum ELCH. Unter der Leitung von Wolf Goertz aus Osnabrück behandelten die Teilnehmer - unter ihnen Bürgermeister Bernd Poloski, Hauptamtsleiter Hannes Warnstedt, SITI-Chef Dr. Hannes König, Reinhart Richter vom Kulturprojekt Stadtinsel, Anne Kreye vom ELCH, Christian Bodach vom Buga-Zweckverband, Thomas Müller aus Jederitz, Herbert Dierkes aus Kuhlhausen sowie Vertreter der Volksbank und der Deutschen Kreditbank - die Themen Demografie, Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Politik.

Am Morgen wurden Stichworte zu den einzelnen Punkten herausgearbeitet und im Laufe des Tages tiefer diskutiert. Am Ende des Tages gab es viele Zettel an der Wand, angefangen von dem, was Havelberg schon zu bieten hat, über Dinge, die bereits in Arbeit sind, bis hin zu Stichworten zu drei Projekten, die die Teilnehmer als Ideen und Ziele herausgearbeitet haben.

Die Ergebnisse wird Strategieberater und Projektentwickler Wolf Goertz zusammenfassen und den Teilnehmern zuschicken, um daraus nächste Schritte abzuleiten. Zudem werden sie im Internet über das Kulturprojekt veröffentlicht und eventuell auch auf einer Facebookseite.

"Der Austausch zu verschiedenen Disziplinen und Projekten lohnt sich immer. Meist ist es so, dass man Schwierigkeiten nur bewältigt, wenn man Leute gewinnt, die mitarbeiten", sagte Wolf Goertz am Abend im Gespräch mit der Volksstimme. Ziel ist es, nachhaltig Zukunftschancen für Havelberg zu entwickeln.

Drei Projekte haben sich beim ersten Zukunftstag Havelberg, zu dem das Kulturprojekt Stadtinsel und das Schülerinstitut SITI eingeladen hatten, herauskristallisiert. Das erste ist ein Vorhaben von Anne Kreye im ELCH. Sie würde gern Kinder zu Touristen- und Naturführern ausbilden. Das zweite Projekt ist, die Internetpräsenz und das Marketing für Havelberg zu verbessern, "damit die Stadt zeitgemäßer und besser aufgestellt ist", so Wolf Goertz.

Das dritte Projekt beinhaltet den Wunsch, Havelberg zu einem interessanten Ort für regionale und überregionale Künstler zu machen und zu versuchen, bereits für das nächste Jahr ein Kunst- und Kulturfest auf der Stadtinsel auf die Beine zu stellen.

Zum Thema "Demografie: Folgen! und Chancen?" wurden von den Teilnehmern reichlich Lösungsansätze herausgearbeitet, wie der Wandel als Chance für Havelberg genutzt werden könnte. Zum Beispiel könnte bei jungen Familien in Berlin, denen die Strukturen der Großstadt nicht gefallen und die eine lebenswerte Region suchen, für Havelberg geworben werden.

Reinhart Richter schätzte die erste Auflage des Zukunftstages Havelberg als sehr produktiv ein. Es seien motivierende Erlebnisse gewesen. "Wir sind auf einem guten Weg." Hannes König fand auch den zweiten Teil am Sonnabend hochspannend. "Ich habe viele neue Eindrücke mitgenommen. Es ist immer interessant zu erfahren, welche Sicht Außenstehende auf Dinge haben, die hier passieren. Wir sind uns vieler Schätze möglicherweise gar nicht bewusst." Karin Laurenz vom Kulturprojekt wünscht, dass sich mehr Havelberger beteiligen. "Es geht doch um diese Stadt."