Seit nunmehr 20 Jahren stehen die Mitglieder der Havelberger Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs erkrankten Menschen zur Seite. Bei der gestrigen Festveranstaltung im Paradiessaal erinnerten sie an schöne Momente, aber auch traurige Anlässe der vergangenen Jahre.

Havelberg l "Wir alle müssen das Schicksal meistern, aber die einzige Art, das zu schaffen, besteht darin, das Leben zu lieben!" Mit den Worten von Georges Bernanos eröffnete Waltraud Winkelmann die gestrige Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Havelberger Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs. Zahlreiche Gäste waren zu der Veranstaltung in den Paradiessaal am Dom zu Havelberg gekommen. Viele der derzeit 21 Vereinsmitglieder, aber auch Förderer und Unterstützer wie Bürgermeister Bernd Poloski, Dr. Peter Hoffmann, leitender Arzt des KMG-Klinikums, Facharzt Dr. Eberhard Müller und Heinz Caro, Leiter der Kreissparkasse in Havelberg, waren der Einladung zu diesem Ehrentag gefolgt.

Waltraud Winkelmann zog in ihrer Ansprache Resümee über die vergangenen 20 Jahre Vereinsarbeit. Sie würdigte den Mut der drei Frauen, die die Selbsthilfegruppe am 12. Dezember 1991 gegründet hatten. "Drei Frauen gingen an die Öffentlichkeit und waren beispielgebend für den Mut der Betroffenen, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu öffnen."

"Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben."

Waltraud Winkelmann

Sie erinnerte an die schönen Zeiten, die sie in der Gemeinschaft zusammen erlebt haben, an die vielen Aktivitäten, die kulturellen Veranstaltungen und Ausflüge, die ihnen allen geholfen haben, das Positive am Leben zu sehen.

Sie dankte im Namen der Gruppe den ehrenamtlichen Helfern, und den vielen Unterstützern, Spendern und Sponsoren, die die Arbeit der Gruppe überhaupt ermöglichen und unterstützen.

Besonders dankte sie Ruth Schmidt, einer der drei mutigen Gründerinnen der Gruppe, die seit über 20 Jahren mit ihrer Krankheit lebt und sich sehr engagiert.

Waltraud Winkelmann blickt positiv in die Zukunft. "Wir lassen uns den Lebensmut nicht nehmen" - diese Worte klangen fast wie eine Kampfansage gegen die Krankheit.

Doch an diesem Tag gedachten die Frauen und ihre Gäste auch derjenigen, die den Kampf gegen die Krankheit verloren haben. In einer bewegenden Zeremonie verlas Gerda Lemme die Namen der Mitstreiterinnen, die den gestrigen Tag nicht mehr miterleben konnten. Genauso wie das Lebensgefühl vieler Gäste, war auch die musikalische Untermalung der Festveranstaltung sehr emotional.

Kantor Mike Nych, Katharina Stelzer, Lehrerin an der Kreismusikschule, sowie die Schüler Friedrich Busse und Maja Wulfänger spielten Melodien von gefühlvoll melancholisch bis heiter und fröhlich und vermochten es, der Feier einen angemessenen Rahmen zu verleihen. Dafür wurde ihnen mit Blumen gedankt.

Waltraud Winkelmann fand die passenden Worte zum Abschluss ihrer Rede: "Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben." Und mit genauso viel Leben erfüllten die Gäste auch diesen 20. Jahrestag der Selbsthilfegruppe.