Der Frau-Harke-Sagenpfad stand im Mittelpunkt des jüngsten Touristikforums, das dieses Mal in Havelberg stattgefunden hat. Nach der ersten Sitzgruppe als Wegmarke in Molkenberg sollen weitere folgen und die Region ein weiteres touristisches Angebot erhalten.

Havelberg l Die Sagengestalt Frau Harke ist Grundlage für ein touristisches Angebot, für dessen Entwicklung sich eine Gruppe von Interessenten seit gut einem Jahr stark macht. Regelmäßig finden Kultur- und Touristikforen statt. An dem in Havelberg nahmen über 30 Vertreter aus Ämtern der Elb-Havel-Region und aus dem Brandenburgischen, von Firmen, Vereinen und Institutionen, Bürgermeister und interessierte Bürger teil, berichtet Beiratsmitglied Ans Briesenick aus Molkenberg. Der im Aufbau befindliche Beirat für Kultur und Touristik nutzte die Gelegenheit, um Resümee über die Arbeit in den zurückliegenden Monaten zu ziehen.

Über die Vorbereitungen des Frau-Harke-Sagenpfades informierte der Vorsitzende des KulTour-Vereins Elb-Havel-Winkel, Günther Klam aus Kamern. Nachdem vor kurzem in Molkenberg die erste Wegmarke als Sitzgruppe mit einer stilisierten Frau Harke aus Holz eingeweiht wurde, sollen an weiteren Orten solche Wegmarken entstehen. Für dieses Kultur-Touristik-Kunst-Projekt wurden Fördergelder über das Leader-Programm für 2012/13 beantragt. Der ursprüngliche Plan sah 30 Standorte in der gesamten Elb-Havel-Region vor. Aus Kostengründen werden es zunächst 20. "Wir nehmen lieber den Spatz in der Hand", sagte Günther Klam im Gespräch mit der Volksstimme. Für die "Taube auf dem Dach", also die weiteren Wegmarken und zum Beispiel Kilometersteine, müsste versucht werden, Gelder über andere Wege zu bekommen. Auch die Pfadgestaltung müsste durch andere Projekte umgesetzt werden. Der Sagenpfad soll bis zur Bundesgartenschau 2015 realisiert werden und zu den sogenannten Erlebnisräumen der Großveranstaltung zählen.

Von Kamern, wo Frau Harke einst in den Bergen wohnte, soll der Sagenpfad durch die gesamte Elb-Havel-Region führen. Anbindungen ans Brandenburgische sind ebenso das Ziel wie an andere angrenzende Regionen wie Altmark und Fläming. Einbezogen werden sollen auch die Radrouten wie Elbe- und Havelradweg und Altmarkrundkurs.

Nicht leicht sei die Antragstellung über Leader, sagte Günther Klam. Hier wünscht er sich eine kreativere Hilfestellung bei der Begleitung des Antrages durch das Leader-Management für ehrenamtlich arbeitende Vereine.

Beim Forum in Havelberg hatte Johanna Leu aus Warnau einen Überblick über Sagen von Havelberg gegeben. Der Havelberger Dieter Stewin sieht den Sagenpfad als verbindendes Symbol der Region und als eine Grundlage für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Für Besucher könnten interessante Angebotspakete geschnürt werden. Das Internet spiele dabei eine wichtige Rolle, weshalb eine Präsentation aufgebaut werden sollte.

Jede Ortschaft sollte selbständig Schwerpunkte ausarbeiten, die dann in einem Gesamtkonzept zusammengebracht werden müssen, sagte der Ortsbürgermeister von Vehlgast-Kümmernitz, Udo Mintus. Roswitha Frontzek, die sich um die Wiederbelebung des Kümmernitzer Wasserfalls kümmert, erkundet die Wege der Frau Harke in Richtung Prignitz. Sabine Ball und Antje Reichel berichteten beim Forum, wie das Prignitz-Museum bereits mit Frau Harke arbeitet und dass sie sich vorstellen könnten, hiesige Sagen für bestimmte Zielgruppen auszuarbeiten, so Ans Briesenick.

Erarbeitet wurde in den zurückliegenden Monaten vom KulTour-Verein zudem ein Vorschlag zur Gestaltung am Salzmarkt in Havelberg (dazu demnächst mehr). Mit dem Vorhaben der Ausspannung "Zur Goldenen Krone" in der Langen Straße 7 in Havelberg könne im nächsten Jahr begonnen werden.