Wie es gut drei Jahre vor Eröffnung der Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion um die Vorbereitung steht, erfuhren die Besucher der Buga-Infotour am Mittwochabend im Paradiessaal am Dom. Pläne wurden vorgestellt.

Havelberg l 40 Millionen Euro wollen die fünf Ausrichterstädte der Bundesgartenschau 2015 Havelregion in den nächsten drei Jahren in Baumaßnahmen investieren. Darüber informierte der Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes Erhard Skupch am Mittwoch die zahlreichen Zuhörer im Havelberger Paradiessaal. Unter ihnen neben vielen Havelbergern auch Einwohner aus der Elb-Havel-Region, die sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Vorbereitungen machen wollten.

So wie in Havelberg, liegen auch in den anderen Kommunen die Entwurfsplanungen vor. Welche Maßnahmen im Domgebiet als einem der insgesamt acht eintrittspflichtigen Bereich vorgesehen sind, stellt die Volksstimme derzeit jeweils sonnabends in einer Serie vor. Kämmerin und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski ging auf die Vorhaben ein, zeigte Pläne.

Erhard Skupch berichtete über die Pläne der anderen vier Buga-Standorte, etwa für den Marienberg, die Johanniskirche und den Packhof in Brandenburg. Die Johanniskirche - wie die Havelberger Stadtkirche eine der Blumenschauen zur Buga - wird so saniert, dass sie wieder ein geschlossenes Gebäude ist. In Premnitz wird ein Energieerlebnispark entstehen. In Rathenow erfolgt die Anbindung des Optikparkes an den Weinbergpark. Hier soll eine Erlebnisbrücke die beiden Teilbereiche verbinden und über die Havel führen. In Rhinow/Stölln steht der Flugpionier Otto Lilienthal im Mittelpunkt. Der Fliegerpark soll eine Dahlienschau zeigen und einen Ballon erhalten, mit dem man einige Meter in die Höhe aufsteigen kann.

Havelberg spiele für den Zweckverband eine besondere Rolle. "Das sage ich nicht, weil ich heute hier bin", erklärte Erhard Skupch. Havelberg sei für ihn wie eine Stadt-Buga, denn mit Ausstellungszentrum zur Havelrenaturierung im Süden, der Kirche als Blumenhalle und dem Dombezirk inklusive Friedhofsgärtnerei als Alleinstellungsmerkmal der Buga 2015 wird sich die Gartenschau durch die gesamte Stadt ziehen.

Einen ersten Blick konnten die Teilnehmer der Buga-Infotour auf die Pläne für die Stadtkirche werfen. Für beide sakralen Blumenhallen hat ein Wettbewerb stattgefunden. In Havelberg werden Palmen als Säulen den Rahmen für eine üppige Bepflanzung bilden. Die Empore wird einbezogen. Auch im Umfeld der Kirche auf den Außenflächen werden gärtnerische Dinge eine Rolle spielen.

Die Stadt ist mit einem Planer im Gespräch darüber, welche baulichen Anforderungen es gibt, um die Stadtkirche als Blumenhalle zu nutzen, berichtete Petra Jonschkowski. Anfang des nächsten Jahres gibt es dazu ein Treffen mit der Denkmalpflege. Gut findet sie, dass der vordere Bereich des Gotteshauses, das in Absprache mit der Kirchgemeinde nicht entwidmet wird, mit dem Altar auch während der Buga für Gottesdienste genutzt werden kann.

Das Marketingkonzept mit dem überregionalen Werbeslogan "Fünf sind eins: Deins" stellte Erhard Skupch ebenfalls vor und er sprach über Zielgruppen. 1,5 Millionen Besucher werden von April bis Oktober 2015 in der Havelregion erwartet. Wichtig sei, die Einwohner mitzunehmen, sie einzubinden. Bürgermeister Bernd Poloski richtete den Appell an die Anwesenden sowie an alle Einwohner der Hansestadt und der Ortschaften, sich als gute Gastgeber zu präsentieren. "Wir können noch so schöne Blumenterrassen, einen schönen Friedhof und Kräutergarten haben, wenn das gesamte Umfeld nicht in Ordnung ist, werden sich auch die Buga-Besucher nicht wohlfühlen."

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