Frohe Botschaft kam vier Tage vor dem Weihnachtsfest gestern aus der Staatskanzlei in Magdeburg: Das Havelberger Krankenhaus erhält 5,98 Millionen Euro für den schon lange geplanten Umbau zum Gesundheitszentrum.

Havelberg l Das Kabinett des Landes Sachsen-Anhalt hat gestern für weitere Krankenhausinvestitionen den Weg frei gemacht. Insgesamt 37,5 Millionen Euro werden für Investitionen in sechs Kliniken bereitgestellt. Zuvor hatten Krankenkassen, Krankenhausgesellschaft und Sozialministerium für die Investitionen grünes Licht gegeben. Grundbedingung ist, dass die Krankenhäuser gut ausgelastet sind und auch perspektivisch Bestand haben werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Für das KMG Klinikum Havelberg wurden 5,98 Millionen Euro für den Umbau zum Gesundheitszentrum bewilligt. Neben den stationären Angeboten der Grundversorgung in der Inneren und Chirurgischen Medizin wird ein medizinisches Versorgungszentrum für die ambulante Versorgung der Bevölkerung eingerichtet. In diesem Zuge werden die Stationen im Altbau auf zwei Ebenen konzentriert und nach modernen Standards umgebaut.

Im KMG-Vorstand wurde die Nachricht gestern mit großer Freude empfangen. "Das ist ein historischer Tag für Havelberg und Umgebung, damit ist die Perspektive des Krankenhauses gesichert", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Volker Kalwatz gestern am Volksstimme-Telefon. Elf bis zwölf Millionen Euro will die KMG insgesamt in Havelberg investieren. Neben der stationären Versorgung auf wesentlich höherem Niveau wird das ambulante Versorgungszentrum mit Arztpraxen entstehen und in der alten Propstei ein Pflegeheim.

"Wir wollen ein Gesundheits- und Versorgungszentrum in Havelberg, für uns hing das immer zusammen", erklärte Volker Kalwatz und ergänzte: "Wir sind sehr froh, dass wir bei den Krankenkassen, bei der Krankenhausgesellschaft und im Sozialministerium auf sehr verständnisvolle Leute getroffen sind, wir haben viel Unterstützung für unsere Belange erfahren." Mit der Entscheidung von gestern stehe nun fest: "Wir legen voll los, denn bis zur Bundesgartenschau 2015 wollen wir fertig sein und ein schönes Kleinod geschaffen haben."

"Das ist wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk, dafür bin ich dem Land ungeheuer dankbar", sagte Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, der die gute Nachricht gestern von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) aus erster Hand erhielt. "Insbesondere der Finanzminister hatte sich persönlich dieser Problematik angenommen. Das zuständige Ressort ist zwar das Sozialministerium, doch hat er immer wieder transportiert, dass der Umbau notwendig ist für Havelberg. Er hat sein Versprechen gehalten, dafür bedanke ich mich."

Für Havelberg hat die Entscheidung des Kabinetts große Bedeutung aus verschiedener Sicht, sagte der Bürgermeister. Die Stadt wird weiterhin ein Krankenhaus der Akut- und Regelversorgung behalten und der schnelle Notfall- und Rettungsdienst vor Ort bleibt gesichert. "Zum Zweiten ist die Entscheidung wichtig für den Bestand, die Stärkung und die Zukunft der niedergelassenen Ärzte. Ein enger Wechsel zwischen ambulanter und stationärer Betreuung der Patienten ist damit gewährleistet. Zum Dritten wissen wir als Stadt jetzt, dass es in dem städtebaulich wichtigen Domgebiet eine Zukunft für die Gebäude und das Gelände gibt. Wir verknüpfen mit der Fördergeldzusage die Hoffnung, dass die KMG schon im nächsten Jahr mit den Baumaßnahmen beginnt und diese 2014 fertig sind, damit wir zur Bundesgartenschau keine Baustelle dort haben."

Ähnlich äußerte sich Landtagsabgeordneter Ralf Bergmann (SPD). "Ich freue mich tierisch, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Das ist für Havelberg und die Region ein schönes Weihnachtsgeschenk. Ich hoffe, dass die KMG jetzt kräftig reinhaut und die Pläne umsetzt." Auch er nutzte die Gelegenheit, um sich, auch im Namen des SPD-Ortsvereins, beim Sozial- und Finanzminister zu bedanken. Beide hatten sich bei Besuchen in Havelberg über die Situation am Krankenhaus informiert und sich für die Förderung eingesetzt. "Es zeigt sich, dass sich kämpfen lohnt und ich freue mich, dass mit dem Umbau das Krankenhaus an diesem zentralen Punkt am Dom bald in einem neuen Licht erstrahlt."

Schon seit mehreren Jahren hatte die KMG versucht, Fördergelder fürs Krankenhaus zu bekommen. Es war viel Arbeit notwendig, um alle Beteiligten von der Notwendigkeit zu überzeugen, so viel Geld in das vergleichsweise kleine Klinikum zu investieren. "Allerdings muss man sagen, niemand hat den Erhalt des Krankenhauses in Frage gestellt", berichtete Ralf Bergmann, der davon ausgeht, dass mit dem Konzept die Klinik langfristig Bestand hat.