So gut besucht, wie lange nicht mehr, war die Ratssitzung am Dienstagabend in Sandau: Thema war die für das kommende Jahr geplante Sanierung der Regenwasserleitung in der Triftstraße.

Sandau l Schon des öfteren hatten sich die Ratsmitglieder in der Vergangenheit mit dem Thema befassen müssen: Bei Starkregen schoss Wasser aus dem Gully und überflutete benachbarte Grundstücke und Keller. Im Auftrag der Anwohner hatte Helmut Schulz in der Bürgerfragestunde immer wieder auf eine Lösung gedrungen. Diese scheint nun zwar in Sicht, aber wiederum sehr zum Unmut der Anlieger.

Denn sie sollen an den Sanierungskosten beteiligt werden. Das Projekt hatte sich nach der ersten Kostenschätzung wegen der gestiegenen Preise für die Erdarbeiten noch einmal um 35000 Euro verteuert, informierte Christine Wendt vom Bauamt. Insgesamt werden nun 115000 Euro fällig. Teilweise sind bereits neue Rohre in der Erde.

Das Verlegen der neuen Leitung beginnt am Wulkauer Weg, die Bautrasse führt im unbefestigten Seitenbereich entlang und endet am Auslaufbauwerk. Das neue Kunststoffrohr mit einem Durchmesser von 500 Millimetern wird in etwa 1,5 bis 1 Metern Tiefe verlegt, für die Anwohner dürften dadurch keine Probleme entstehen.

Die Ausbaubeiträge werden laut der städtischen Satzung erhoben, sie richten sich unter anderem nach der Grundstücksgröße und den Geschossen der Wohnhäuser. Die Investition wird mit 55000 Euro gefördert, was die Beiträge der etwa 23 Anrainer entsprechend reduziert. Eine mündliche Förderzusage gab es auch für die erhöhte Bausumme.

Pläne werden ausgelegt, Bedenken gegen das Projekt können vorgetragen werden

Geplant ist eine Infoveranstaltung für die beitragspflichtigen Anwohner im Januar, informierte Bürgermeister Henry Wagner über den nächsten Schritt. Jeder Beitragspflichtige erhält zudem ein Anschreiben. Im Februar werden die Pläne ausgelegt. In dieser Zeit können auch Bedenken gegen das Projekt in der Verwaltung vorgetragen werden. Zudem wird dazu am 21. Februar in der Zeit von 15 bis 18 Uhr ein Sprechtag des Bürgermeisters stattfinden, an dem auch das Bauamt anwesend sein wird. Mitte März wird das Thema noch einmal im Stadtrat debattiert, mögliche Bedenken sowie Einwände sollen abgewogen und über die Maßnahme entschieden werden. Sollte es ein positives Votum des Rates geben, könnte im April oder Mai die Ausschreibung raus.

Notwendig wurde die Sanierung, weil der Durchmesser der Leitung mit 300 Millimetern und das Gefälle zu gering sind, um die durch die Sanierungen umliegender Straßen gewachsenen Abflussmengen aufnehmen zu können. Der alte Kanal wird zurückgebaut, auch der Baugrund ist schon untersucht worden. Zudem ist die Leitung stark marode.

Doch die Anwohner der Triftstraße wollen nicht einsehen, dass nur sie dafür zahlen müssen. Denn auch umliegende Straßen entwässern hier.

Diese Frage bewegte auch Detlef Tank. Silvio Wulfänger machte dies anschaulich klar: Würden immer diejenigen Straßen zu Kasse gebeten, wo das Regenwasser herkommt, müssten die Bewohner des am höchsten gelegenen Kirchberges bei jeder Baumaßnahme in der Umgebung mit bezahlen. Das sei ihnen gegenüber jedoch ungerecht. Zudem hätten die Anwohner der Triftstraße durch die Sanierung den Vorteil, dass kein Grundstück mehr überschwemmt wird.

Auch hatte die Stadt mittels einer Rohrspülung das Problem beseitigen wollen, was aber nicht gelang.

Der Stadtrat beschloss die Planung daraufhin einstimmig. Ein weiterer Beschluss betraf die Mehrkosten in Höhe von 4000 Euro für die Stadt. Das Geld wird nun im neuen Etat eingeplant.

Anwohner Jörg Löffler kritisierte in der Bürgerfragestunde, dass bei der Sanierung der Straße vor 15 Jahren nicht auch die Leitung mitgemacht worden war. Anwohner hätten damals sogar darauf hingewiesen. Sauer war er, als vor einiger Zeit ein Teilstück saniert wurde und er seine Wasserleitung wegen der neuen Leitung umverlegen musste.