Die Freifläche am Havelberger Salzmarkt von der Uferstraße aus soll geschlossen werden. Der KulTour-Verein "Elb-Havel-Winkel" hat einen Vorschlag eingereicht: ein Stadttor.

Havelberg l Ein richtiges Stadttor mit Ziegelmauer kann sich Günther Klam gut als Eingangsfunktion für die Fläche am Havelberger Salzmarkt vorstellen. Grundlage dafür ist eine Zeichnung des Künstlers Klaus Ozminski aus Kalbe/Milde (ein Schüler Kurt Henschels), der bereits in einem Sagenheft des Heimatvereins Havelberg nach der Wende ein Stadttor zeichnete mit der Darstellung der Sage zum Grenzstreit zwischen Havelberg und Sandau.

Um diesen jahrelangen Zwist beider Städte endlich einmal beilegen zu können, sollte ein Wettstreit die Entscheidung bringen. Ochsen mit Balken auf den Hörnern starteten an beiden Stadttoren; wo sie sich begegneten, sollte die Grenze sein. Die Sandauer legten die Balken längs auf, die Havelberger quer, und so blieb der Ochse im Stadttor zunächst hängen, berichtet die Sage. Klaus Ozminski fertigte dazu einen Holzschnitt und eine Grafik. Die Rechte hat er dem KulTour-Verein zur Nutzung für ein neues Stadttor übertragen, berichtet Günther Klam.

Eine Möglichkeit bei einer Neugestaltung des Salzmarktes wäre, diese Sage als Bild auf dem Stadttor zu verewigen, schlägt er vor. Allerdings, sollte dies den Havelbergern doch zu weit gehen, würde ein Tor aus Stein allein sich auch gut in dem Bereich machen. Günther Klam hat eine Skizze gezeichnet, wie er sich den Eingangsbereich vorstellen könnte.

Der Bauausschuss Havelberg hatte sich im September mit der Gestaltung des Salzmarktes befasst. Grundlage war ein Vorschlag vom Sanierungsträger BIG Städtebau. Ziel ist das Schließen der Lücke, die durch den Abriss von zwei Häusern dort Mitte der 90er Jahre entstanden ist. Eine Mauer als Sicht- und Lärmschutz war auch in dem Vorschlag enthalten. Die Stadträte hatten sich dafür ausgesprochen, die Einwohner um Vorschläge zu bitten. Drei sind im Bauamt eingegangen, berichtet Leiterin Petra Jonschkowski. Amalie Grams hatte in einem Brief ihre Meinung kundgetan. Herbert Stertz sprach sich für ein Mauerwerk möglicherweise in Arkadenform aus und legte Skizzen bei. Der dritte Vorschlag ist der vom KulTour-Verein.

Mit dem Stadttor und einer Ziegelmauer, etwa wie sie die BIG vorgeschlagen hat, würde der Bezug zur Hanse gut dargestellt werden können, sagt Günther Klam. Für das "Sandauer Tor" und die Mauer könnten Klosterformatsteine verwendet werden. Die Mauer könnte ein Fachwerk erhalten.

Das Stadttor und der Platz mit Rastgelegenheit auch für Radfahrer am Salzmarkt würde zudem gut in das Konzept des Frau-Harke-Sagenpfades passen, für den in verschiedenen Orten der Elb-Havel-Region Wegmarken vorgesehen sind.