Von Andrea Schröder

Havelberg l Der Uraufführung der rekonstruierten Fassung des Havelberger Osterspiels im April 2010 im Dom ist eine intensive Arbeit vorangegangen. Da war zum einen der Germanist Martin M. Langner, der die Geschichte der Osterspiele untersuchte, und zum anderen der Havelberger Domkantor Gottfried Förster (seit 2010 im Ruhestand), der den musikalischen Part übernahm. Denn bis auf das Te Deum (Lobgesang) und das Responsorium (Eröffnung) waren keine weiteren Vorlagen des mittelalterlichen Havelberger Osterspiels vorhanden. Unter Bezug auf Notenmaterial aus anderen Vorlagen zu Osterspielen schrieb er die Musik, nahm Ergänzungen vor. Manchmal bekam der Chor erst kurz vor den Proben das neue Notenmaterial.

Der Entstehungsgeschichte des Havelberger Osterspiels und der Uraufführung ist jetzt eine 44-seitige Broschüre gewidmet, die gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschienen ist. Neben einem Vorwort von Gottfried Förster und Martin M. Langner geht es um die Geschichte der Osterspiele, die Musik und Dramaturgie, Szenenfolge und Regieanweisungen. Zu den lateinischen Texten sind Übersetzungen enthalten. Auch die Noten sind in der Broschüre zu finden.

Außerdem gibt es eine DVD mit den Live-Mitschnitten von Dirk Tetzlaff, die er bei der Uraufführung zu Ostern 2010 gemacht hat. Die Produktion dieser hat das Havelberger Schülerinstitut SITI übernommen. Die Broschüre, die auch Fotos von der Uraufführung zeigt, ist im Elbe-Havel-Verlag erschienen. Zunächst in einer Auflage von 100 Exemplaren. Zu haben ist sie unter anderem am Büchertisch im Paradiessaal.

Die Prämonstratenser haben im Mittelalter das Osterspiel als feste Liturgie zum Gottesdienst im Havelberger Dom zelebriert. Initiator war Johann Wöpelitz, der Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts Bischof in Havelberg war.