Nach vielen Streitereien im Klietzer Rat gab es kurz vor dem Fest einen versöhnlichen Jahresausklang, zu dem das Bundesforstamt ans Lagerfeuer mitten im Wald eingeladen hatte.

Klietz l Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit hieß Forstamtsleiter Kurt-Werner Balke am Mittwochabend zu Bratwurst und Glühwein an der Waldkampfbahn 20 willkommen. "Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Oft genügt ein Anruf, schon wird geholfen oder ein Problem ist geklärt", würdigt auch Bürgermeister Jürgen Masch die gute Zusammenarbeit mit der Bundesforst genauso wie mit der Bundeswehr.

Schnell kam am Lagerfeuer gute Stimmung auf, Frank Wagner packte sein Flügelhorn aus, sogar Weihnachtslieder wurden gesungen. Vielleicht ein gutes Omen für das neue Jahr. Auch der stellvertretende Bürgermeister Eberhard Wienmeister wünscht sich, dass wieder Ruhe einkehrt, "denn die unsägliche Auseinandersetzung mit einem Ratsmitglied hat unsere Sacharbeit erheblich beeinträchtigt". Nicht nur das sei stressig gewesen, sondern auch die finanzielle Situation der Gemeinde. "Wir können uns nichts mehr leisten! Das Land darf die Zuweisungen nicht noch mehr kürzen und uns Gemeinden finanziell beuteln. Es tut weh, wenn wir an Stellen sparen müssen, die uns wichtig sind. Auch an Kleinigkeiten wie Geld für Weihnachtsgeschenke im Kindergarten." In weite Ferne gerückt seien große Investitionen, die dringend nötig sind. Als Beispiel nennt Eberhard Wienmeister den zweiten Bauabschnitt in der Turnhalle mit der Sanierung der Sanitäranlagen und Anbau für Tribüne und Lagerplatz u.a. für die Matten der Judokas. Auch die Straße durch die Seesiedlung müsste dringend gemacht werden. Von der Verbandsgemeinde wünscht er sich gerechte Entscheidungen. Nicht nachvollziehbar ist für ihn die Miete eines Containers für die Schönhauser Grundschule, die zu klein ist, "hier bei uns in Klietz ist genug Platz".

Am Lagerfeuer konnte Kurt-Werner Balke berichten, dass 2011 aus forstwirtschaftlicher Sicht ein gutes Jahr war. 25000 Festmeter Holz wurden eingeschlagen und verkauft. Die Pflege der vorhandenen Baumbestände, vor allem der Unterbauten aus Laubgehölzen in den Kiefernwäldern, nahm viel Zeit in Anspruch. "Wir haben auch alle Aufträge der Bundeswehr erfüllt, die zum Schall- und Sichtschutz dienen." Der feuchte Sommer ohne Brände habe dem Wald gut getan, aufgeforstete Flächen wie die vom Waldbrand vor drei Jahren gedeihen gut. Bei den Schädlingen gebe es keine Massenvermehrungen, über die man sich große Sorgen machen müsse. "Lediglich die Eichen behalten wir streng im Auge. Prozessionsspinner, Eichenwickler und auch Schwammspinner haben zugenommen. Im nächsten Jahr noch nicht, aber möglicherweise 2013 müssen wir eine chemische Bekämpfung vornehmen, wenn die Population weiter zunimmt."

Durch Abschuss konnte die Wilddichte inzwischen auf ein Normalmaß gebracht werden, "Verbissschäden an den Bäumen und auch Schäden auf den Ackerflächen konnten somit reduziert werden." Erfolgreich verlaufen seien die Jagden im Spätherbst. Vor allem die Jäger aus 18 Ländern waren begeistert von den Bedingungen, die sie in Klietz vorgefunden haben. Veränderungen wird es im Frühjahr im Forstamt geben. Denn die langjährige Mitarbeiterin Helga Wohllaub geht in den Ruhestand, eine neue Wirtschaftskauffrau wird gesucht.

Ein weiteres Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Bundesforst und Gemeinde ist am 9. Februar der gemeinsame Neujahrsempfang.