Vehlgast l "Maschinenfabrik Cyclop Mehlis Behrens Berlin 1900" steht in erhabenen gusseisernen Lettern auf der Pumpe, welche einst in Vehlgast für trockene Ackerflächen gesorgt hatte. Diese Pumpe ist äußerst selten, weshalb sich im Vorjahr ein Vehlgaster Verein ihrer annahm. Die Pumpe samt Gebäudehülle soll als technisches Denkmal der Nachwelt erhalten bleiben.

Vehlgast stehe voller Denkmale, das wichtigste sei jedoch das alte Schöpfwerk, erklärte Petra Kahlfeld. Was der Verein seit seiner Gründung geleistet hatte, darüber informierte die Architektur-Professorin kürzlich in Damerow. So sei der Verein mit dem Nutzungsvertrag fast am Ziel. Dieser wird mit dem Besitzer des Gebäudes, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz, abgeschlossen.

Mit dem zu erhaltenden Denkmal soll später auch die Geschichte der Melioration dokumentiert werden. Die über 100 Jahre alte und sehr starke Pumpe ist zumindestens im Land Sachsen-Anhalt einmalig. Zuerst war sie mit Dampfkraft und Treibriemen angetrieben worden, ab dem Jahr 1927 dann von einem Windrad. Zu Kriegsende wurden die Windräder abgetragen, die Vehlgaster befürchteten wegen der weithin sichtbaren Ziele Fliegerangriffe. Das Kesselhaus samt Schornstein wurde 1977 abgerissen, noch ein Jahr länger war die Pumpe in Betrieb. Sie sei übrigens weitaus stärker als die Pumpen im neu errichteten Schöpfwerk, informierte Petra Kahlfeldt. Ein großes Wunder sei, dass die Anlage noch immer fast komplett existiere.

Die bevorstehende Anbindung des Havel-Altarmes eröffne gute Chancen für das Denkmal, welches unmittelbar daneben liegt. Neben der Maschinenhalle soll ein Neubau entstehen, der Teeküche und Sanitärtrakt für Touristen enthält. Für das Obergeschoss ist ein größerer Raum geplant.

Somit leisten auch die Vehlgaster ihren Beitrag zur Vorbereitung der Bundesgartenschau 2015.

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