Von Andrea Schröder

Havelberg l Die Initiative zur Wiedereinführung der alten Kfz-Kennzeichen soll Unterstützung durch die Stadt Havelberg bekommen. Der Hauptausschuss votierte auf seiner Sitzung am Montagabend einstimmig für die entsprechende Beschlussvorlage.

Nachdem die Hochschule Heilbronn ein Forschungsprojekt zu diesem Thema gestartet hatte, zeigte sich ein großes Interesse an der Wiedereinführung der alten Kennzeichen in den ehemaligen Kreisstädten, die diese bei Gebietsreformen verloren hatten. Der Städte- und Gemeindebund hat betroffene Kommunen nun um Unterstützung gebeten, um den politischen Willen zu unterstreichen, erklärte Bürgermeister Bernd Poloski den Ratsbeschluss. Die Entscheidung zur Kennzeichenfrage liege beim Bundesrat. Umfragen in Städten hätten eine 80-prozentige Zustimmung für die alten Kennzeichen ergeben.

Ihm ist wichtig, sagte der Bürgermeister in der Ausschusssitzung, dass die Bürger eine Wahlmöglichkeit haben, dass sie also entscheiden können, ob sie HV oder SDL auf ihrem Kennzeichen zu stehen haben. Kämmerin Petra Jonschkowski fragte, ob die Kennzeichen dann für den gesamten ehemaligen Kreis Havelberg inklusive des Elbe-Havel-Landes möglich sind, oder nur für Havelberg. Sie warf auch ein, dass Havelberg mittlerweile eine Hansestadt ist. Sollte HHV möglich sein?

Klare Regelungen seien ihm bisher nicht bekannt, sagte Bernd Poloski, allerdings gehe er von HV als Kennzeichen aus.

"Ich finde die Sache einfach lustig", sagte Lothar Krater, Fraktionsvorsitzender der SPD, zu diesem Thema. Er identifiziere sich mit dem SDL-Kennzeichen für seinen Landkreis und trotzdem mit seiner Stadt. Manch einer bringe das mit der Buchstabenfolge "SDL HV" zum Ausdruck. Gerhard Imig, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte, dass angesichts immer größer werdender Organisationsstrukturen nach Identifikationsmöglichkeiten gesucht werde. Er gab auch zu bedenken, dass "SDL HV" nur 999-mal vergeben werden kann und manch einer bestrebt ist, sich dieses Kennzeichen auch langfristig zu sichern. Das Interesse, am Auto die Herkunft deutlich zu machen, ist also vorhanden. Dass Lothar Krater ebenfalls mit Ja für die Beschlussvorlage stimmte, dafür war Stadträtin Doreen Müller die Auslöserin. "Wir bereiten mit unserem Beschluss doch nur den Weg dafür, dass die Möglichkeit für das alte Kennzeichen besteht. Jeder kann dann selbst entscheiden, welches er haben möchte."

Bei einer Umfrage des Städte- und Gemeindebundes hatten sich 22 von 32 angeschriebenen ehemaligen Kreisstädten für die Wiedereinführung der alten Kennzeichen ausgesprochen. Außer Havelberg zum Beispiel auch Osterburg und Burg. Sechs wollen das jetzige Kennzeichen behalten, der Rest hatte sich nicht geäußert.

Zurzeit gibt es noch 812 Fahrzeuge mit einem HV-Kennzeichen, war gestern aus der Zulassungsstelle zu erfahren.

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