Wer regelmäßig durch Sandau fährt, kann fast täglich den Baufortschritt am Kirchturm beobachten. Inzwischen ist auch der Rohbau der Glocken-etage beendet.

Sandau l So rasch wird heutzutage gemauert: Beim Pressetermin vor einigen Tagen waren Peter Schaper, Heiko Schulz und Bernd Glaser von der Havelberger Firma Hoch-, Tief- und Ingenieurbau (HTI) noch mit dem Mauern der Schallluken in der Glockenebene beschäftigt - jetzt ist der Rohbau dieser Ebene bereits Geschichte.

Nach dem Rohbau wurde mit dem Verblendmauerwerk begonnen. Dabei wird innen und außen eine Schicht Klosterformatsteine vor die großen modernen Steine gesetzt, so dass die Fassade wieder den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht. Der Innenraum ist bereits fertig verblendet, dieser Tage wird die Westseite verklinkert. Die Schallluken wurden übrigens genau so wie im alten Kirchturm gemauert.

Um den für die nötige Stabilität sorgenden Ringanker aufs Mauerwerk aufzubringen, werden ab der kommenden Woche die oberen alten Ziegelreihen, die im Laufe der Jahrzehnte dicht mit Grasbewuchs überzogen sind, abgetragen. Dieses Schicksal wird dann auch das Entennest ereilen - die Entenmutter muss sich im nächsten Jahr eine neue Nistunterlage suchen.

"Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan, wenn alles weiter so gut läuft, können wir am 20. Oktober das Richtfest feiern", blickte Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Hellwig voraus. Verzögern könnte sich der Zeitplan eventuell durch Lieferfristen beim Holz, in Kürze wird die Bestellung abgeschickt. Die Ausschreibung für die Zimmererarbeiten hat vor kurzem ebenfalls die Firma HTI gewonnen. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Dachdeckerarbeiten.

Planer und Bauleiter Kristian Fleischhack vom Büro aus Wismar war vor kurzem bei der Denkmalschutzbehörde des Landkreises in Stendal, um Abstimmungen zu Details zu treffen. Unter anderem zu Glocken und Uhren, zum Turmabschluss, zum Material für die Dacheindeckung sowie zur Gestaltung der Zierbänder. Demnach wird die Haube mit Kupfer verkleidet, das große Walmdach des Turmes erhält Kirchenbiberziegel und die Fassade wird mit einem sogenannten deutschen Band verziert.

Mit Haube wird der Turmbau 37 Meter hoch - und damit schon von weitem sichtbar. Für die Bekrönung gibt es drei Varianten: Wetterfahne, Kreuz oder Wetterfahne mit Kreuz. Damit wird der Turm fast 40 Meter hoch. Die Auswahl erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeindekirchenrat.

Ein Förderantrag zur Aufarbeitung einer der beiden Glocken ist vom Verein kürzlich bei der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gestellt worden, informierte Wolfgang Hellwig. Neun Bewerber hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. Parallel dazu läuft auch die Spendenaktion des Fördervereins weiter, denn er muss sich auch hierbei wieder mit einem Eigenanteil beteiligen.

Anfang August 2002 war der Grundstein für den Bau gelegt worden. Wer hätte damals - vor genau zehn Jahren - geahnt, dass der Turm so schnell in die Höhe wachsen würde?

Einzahlungen auf das Spendenkonto des Vereins "Förderer und Freunde des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche" unter Kontonummer 3080004700 bei der Kreissparkasse Stendal (BLZ 81050555).

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