Der lange Winter hat die Nerven der altmärkischen Landwirte arg strapaziert. Nun ist der Frühling endlich da und die Arbeit auf den Feldern läuft auf Hochtouren.

Neuferchau/Klötze l Noch vor wenigen Wochen war es bitterkalt. Jetzt wird es von Tag zu Tag wärmer. Das freut uns alle. Doch vor allem verbessert die schöne Witterung die Laune der Bauern. Für sie gilt es, die verlorene Zeit wieder aufzuholen.

Winterschäden sind nicht so gravierend wie 2012

"Wir haben viel zu tun. Aussaat, Düngung. Das muss alles gemacht werden", sagt Henry Hartmann, Geschäftsführer der Neuferchauer Produktivgenossenschaft. Dort sind neben drei Hektar Ackergras auch 180 Hektar Winterroggen und 220 Hektar Silomais im Anbau.

Henry Hartmann verhehlt nicht, dass der lange Winter einige Probleme verursacht hat. So habe sich nicht nur die Aussaat von Mais und Rüben "ein bisschen verzögert", nein, auch das Getreide liege wegen des verspäteten Vegetationsbeginns in seiner Entwicklung etwas zurück. Gleiches gelte für den Raps. "Dem fehlt die Blattmasse. Es ist davon auszugehen, dass die Erträge dieses Mal nicht so optimal sein werden", vermutet Henry Hartmann.

Eine weitergehende Prognose möchte Henry Hartmann aber nicht anstellen: "Es kann sich immer noch alles zum Guten wenden. Wie heißt es so schön: ¿Der Sack wird am Ende zugemacht.\'"

Anlass zur Hoffnung gibt ihm auch, dass die Winterschäden bei Raps und Getreide bei weitem nicht so groß seien wie im vergangenen Jahr. Denn: "Es gab eigentlich immer eine dünne Schneedecke, die die Pflanzen vor dem Frost geschützt hat."

Damit die Aussaaten gut gedeihen, wünscht sich Henry Hartmann einen langsamen Anstieg der Temperaturen und vor allem Niederschläge. So sei es momentan fast schon wieder zu trocken. "Allmählich könnte es mal wieder regnen."

Der Raps wird wohl nicht die gewohnte Höhe erreichen

Am kommenden Sonnabend soll es so weit sein. "Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 90 Prozent", weiß Raimund Punke, Geschäftsführer der Milcherzeugergenossenschaft (MEG) Klötze, aus dem Wetterbericht. Klar, auch er wünscht sich den Regen. Denn zu viel Sonne auf einen Schlag sei für das Getreide nicht gut.

Im Großen und Ganzen ist Raimund Punke mit der derzeitigen Situation auf den Feldern jedoch recht zufrieden. "Die Bestände sehen gut aus." Das liege unter anderem daran, dass auch die MEG von Winterschäden größeren Umfangs verschont geblieben sei. "Das war nicht annähernd so schlimm wie 2012."

Ansonsten ist die Arbeit auf den 1350 Hektar, die von der MEG bewirtschaftet werden, in vollem Gange. Mais-Aussaat und Düngung seien bereits weit gediehen, einzig der Pflanzenschutz fehle noch. Neben Mais sind bei der MEG übrigens Weizen, Roggen, Gerste, Zuckerrüben, Raps und Lupinen im Anbau.

Raimund Punke hat alles in allem nur von wenigen Wermutstropfen zu berichten: "Der Raps ist gesund, aber der verspätete Vegetationsbeginn ist ihm anzumerken. Er wird wohl nicht die gewohnte Höhe erreichen. Die Ernte wird, so denke ich, aber zufriedenstellend sein."