Die alte Kleinbahnstrecke von Kalbe nach Beetzendorf könnte schon bald neue Eigentümer bekommen. Sie wird von der Immobilienfirma der Bahn den Gemeinden zum Kauf angeboten. Möglich wäre etwa die Nutzung als Radweg, beispielsweise von Apenburg nach Winterfeld.

Apenburg l Ein Radweg nach Winterfeld steht seit Langem auf der Wunschliste der Apenburger. Doch lediglich ab Recklingen ist die Verbindung in den Nachbarort fertig, wann das restliche Teilstück in Angriff genommen wird, steht in den Sternen. Doch jetzt könnte sich eine ganz andere Möglichkeit auftun, dem Traum näher zu kommen. "Die Immobilienfirma der Bahn will die alte Kleinbahnstrecke von Kalbe nach Beetzendorf verkaufen und hat uns angeschrieben, ob wir für das Stück in unserem Gemeindegebiet Interesse haben", berichtete Bürgermeister Harald Josten im Rat.

Insgesamt würde es sich um eine Fläche von rund 10,5 Hektar handeln. Auf die Apenburger Gemarkung entfallen sechs, auf Recklingen 1,8 und auf Winterfeld 2,6 Hektar. Nach Auskunft der Firma könne die Bahntrasse überwiegend als Grünland zum Quadratmeterpreis von 40 bis 50 Cent veräußert werden. "In den Ortslagen ist es aber auch teilweise Bauland. Zudem gibt es einen kleinen Verhandlungsspielraum", erläuterte Harald Josten.

Der Bürgermeister rechnet mit Kosten von etwa 50000 Euro, sollte sich die Gemeinde zum Kauf entschließen. Auch die Gemeinden Beetzendorf und Rohrberg hätten entsprechende Angebote für ihre Teilstücke der Strecke erhalten.

Nach Auffassung von Harald Josten würde sich die Verbindung von Apenburg nach Winterfeld sehr gut als Radweg eignen. Die Strecke könnte mit Bitumen versehen und somit auch von Rollschuhfahrern genutzt werden.

Während bis auf ein kleines Reststück am ehemaligen Haltepunkt Stapen-Hohentramm die Schienen der Kleinbahnstrecke vor einigen Jahren komplett demontiert und verschrottet wurden, liegen die Eisenbahnschwellen größtenteils noch. Und das könnte zum Problem werden. "Solange sie aus Beton sind, können sie geschreddert werden. Doch die Holzschwellen sind belastet und damit Sondermüll", erklärte der Bürgermeister. Der Quadendambecker Frank Mergenthaler stellte daraufhin die Frage, wer im Falle eines Verkaufs der Strecke für die Entsorgung verantwortlich ist. Sollte es die Gemeinde sein, wolle er schon vorher gern wissen, was für Kosten möglicherweise auf sie zukommen würden. Doch eine genaue Antwort konnte ihm Harald Josten nicht geben.

Apenburgs Interessenvertreter Mark Wöllmann plädierte dafür, das Angebot als Chance zu sehen. So könne die Straße An der Bahn in Apenburg, in die "keine Ruhe reinkommt", durch Nutzung des ehemaligen Bahngeländes neu gestaltet werden. "Dort fehlt bisher auch der Platz für einen Gehweg", fügte er hinzu.

Auch die Winterfelderin Ninett Schneider sprach sich dafür aus, das Angebot der Bahn-Immobilienfirma nicht vorschnell zu verwerfen. "Wir sollten uns die Fakten auf den Tisch holen und dann alles genau prüfen", meinte sie. Zudem kündigte Bürgermeister Harald Josten an, weiter Kontakt zu seinem Beetzendorfer Amtskollegen Heinrich Schmauch in der Angelegenheit zu halten. "Vielleicht lässt sich ja in Sachen Radweg auch gemeindeübergreifend etwas machen", blickte er voraus.