Salzwedel (ue). Infolge der Erdgasförderung hat sich die Erdoberfläche im betroffenen Gebiet abgesenkt. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Hans-Jörg Krause (Die Linke) an die Landesregierung hervor. Der Politiker schließt damit an eine frühere Anfrage an, aus deren Antwort hervorgeht, dass es durch die Erdgasförderung seit 1980 in der Altmark vier Mal zu einem leichten Erdbeben kam (die Volksstimme berichtete).

Die größte gemessene Absenkung beträgt etwa 15 Zentimeter und befindet sich etwa zehn Kilometer südwestlich von Salzwedel. Um dieses Senkungsmaximum herum hat sich eine gleichmäßige schüsselförmige Zone mit einem Radius von etwa 20 bis 25 Kilometer herausgebildet. Konkret heiße das, dass um Kuhfelde diese Senkungen festgestellt worden sind. Maxdorf, wo vom Energieerzeuger Vattenfall und GdF Suez unterirdisch CO2 verpresst werden soll, liege ebenfalls in diesem Bereich, so Krauses Schlussfolgerung.

Auf der Basis der Messergebnisse werde eine Erdsenkung von etwa 25 Zentimetern prognostiziert. Das entfalte auf den großflächig und gleichmäßig beeinflussten Bereich praktisch keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Nutzung der Oberfläche, heißt es in der Antwort der Landesregierung weiter.

Eine interessante Feststellung, kommentiert Krause. Für ihn ist das "ein weiteres Argument nicht nur für die Unhaltbarkeit der CO2-Verpressung aus ökologischer und ökonomischer Sicht, sondern auch dafür, dass das Gefährdungspotenzial für die Menschen und die Umwelt nicht kalkulierbar ist. Die CO2-Verpressung muss unbedingt verhindert werden", fordert der Landratsabgeordnete.

Die Daten über die Senkungsmessungen hatte das Landesamt für Geologie und Bergwesen von der GdF SUEZ GmbH angefordert.

Ab 1973 seien die durch die Erdgasförderung verursachten Bodensenkungen durch großräumige Höhenbestimmungen beobachtet worden. Wiederholungsmessungen unter Ausbau der Netzgeometrie habe es in den Jahren 1974, 1975, 1978, 1983 und 1988 gegeben. Danach sollte alle fünf Jahre erneut gemessen werden. Dazu jedoch kam es nach der Wiedervereinigung nicht. Vielleicht aus Kostengründen, mutmaßt Krause.

Bis zur Wende fanden die Messungen im Norden und Westen des Abbaugebietes bis an die niedersächsische Grenze statt. In östlicher und südlicher Richtung wurde der Bereich bis nach Arendsee beziehungsweise bis zum Drömling einbezogen.