Bereits vor der Sitzung des Stadtrates ging es im Rittersaal um das Thema Feuerwehr. Die Wehrleitungen der Stadt hatten sich dort getroffen, um über den Brandschutzbedarfsplan zu diskutieren, der anschließend im Stadtrat vorgestellt wurde.

Oebisfelde l Robert Kroha war als Vertreter der Firma Rinke aus Neuss, die von der Stadt Oebisfelde-Werferlingen mit der Brandschutzbedarfsplanung für die Stadt beauftragt worden war, am Mittwochabend zu Gast in der Stadtratssitzung. Er stellte den Brandschutzbedarfsplan vor und erklärte den Stadträten zunächst, worauf geachtet worden war. "Die Analyse des Gefahrenpotenzials, die Betrachtung der örtlichen Strukturen, die Problematik Tagesverfügbarkeit, die Standortoptimierung unter Berücksichtigung der Gebietsabdeckung und die Erstellung von Fahrzeugkonzepten sind unter anderem Dinge, die bei einer solchen Planung eine große Rolle spielen", so Kroha.

An Beispielen erklärte er, was unter anderem festgestellt worden war. "Im gesamten Stadtgebiet gibt es eine überschaubare Anzahl drehleiterpflichtiger, also hoher Gebäude. Weitere sollten künftig nicht genehmigt werden", sagte er. In Bezug auf die Feuerwehrhäuser sei festgestellt worden, dass 4 sich in einem guten bis sehr guten Zustand befänden, 15 Gerätehäuser in einem befriedigenden bis ausreichenden Zustand und in 6 Feuerwehrhäusern der Zustand nicht ausreichend sei. Im Zusammenhang mit dieser Problematik hatten sich Kroha und seine Kollegen auch Gedanken über die künftigen Standorte der Wehren im Stadtgebiet gemacht. So wurde vorgeschlagen, die Einheiten Eschenrode und Hörsingen am Standort Hörsingen zusammenzulegen, da in Eschenrode derzeit kein adäquates Gerätehaus vorhanden sei und sich auch personell die Frage nach der Eigenständigkeit dieser Einheit stelle. Siestedt und Ribbensdorf könnten in Siestedt zusammengelegt werden, alternativ wäre ein Neubau in Ribbensdorf erforderlich. Rätzlingen und Kathendorf sollten in einem neu zu bauenden Gerätehaus an einem günstig gelegenen Standort zusammengeführt und als Standort für technische Hilfeleistung aufgebaut werden. In Klinze wäre bei der Kombination Mannschaftstransportwagen und Tragkraftspritzenanhänger eine Fertiggarage oder ein kleiner Anbau erforderlich.

An vier von sechs Standorten mit der Einstufung nicht ausreichen/unbefriedigend sei gemäß der von 1996 bis 2009 geltenden Mindeststärkeverordnung eine eigene Feuerwehr nicht zwingend erforderlich gewesen, erklärte Kroha. Er ging auch auf den Gesamtfuhrpark der Wehren ein, bei dem ebenfalls Handlungsbedarf bestehe, da einige Fahrzeuge bereits überaltert seien. Ganz eindringlich betonte er an die Räte gerichtet: "Sie müssen mit den Wehren reden, sonst funktioniert das Ganze nicht."

Nach den Erläuterungen Krohas bekannte Stadtrat Steffen Wetterling, zuerst kein Befürworter der Idee gewesen zu sein, die Brandschutzbedarfsplanung an eine Firma zu vergeben. "Aber ich denke nun, es war doch gut, dass da jemand von außen draufgeschaut hat, um unvoreingenommen die Standorte zu bewerten." Stadträtin Heide Schüler sagte: "Die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Wehren ist eine Pflichtaufgabe." Das ist auch Bürgermeisterin Silke Wolf bewusst: "Mit der Risikoanalyse legen wir die Richtung für die nächsten acht bis zehn Jahre fest. Die muss dann im Haushalt auch entsprechend unterlegt werden."