Mit ihren zwölf Jahren bringt Milchkuh Lina aus dem Stall der Stapener GbR Lahmann immer noch Höchstleistungen. Jetzt hat sie als erste des 1992 gegründeten Betriebes die 100000-Liter-Milchmarke überschritten und wurde dafür prämiert.

Stapen l Von wegen altes Eisen: Milchkuh Lina, die im Stall der Stapener GbR Lahmann beheimatet ist, zeigt, dass man auch im hohen Alter noch gute Leistungen bringen kann. Das mit zwölf Jahren älteste Tier des Betriebs knackte jetzt die 100000-Liter-Marke und ist der ganze Stolz der Mitarbeiter. "Es ist unsere erste Kuh, die prämiert wird", freute sich Landwirt Bernd Lahmann, als Lina die Schärpe mit der Bestmarke umgelegt wurde. Auch Schwiegertochter Anja Wichmann zeigte sich begeistert. "Schließlich war sie schon immer meine Lieblingskuh", erzählte sie.

Die Kuh, die von Vater Linco abstammt, hat bereits neun Kälber zur Welt gebracht. "Vier weibliche und fünf männliche, wobei eine Totgeburt dabei war", zählte Katharina Roitsch vom Landeskontrollverband auf. Inzwischen ist Lina erneut tragend.

"Sie ist eine sehr robuste Kuh, die keine Extrabehandlung benötigt", schwärmte Bernd Lahmann. Blieb die Milchleistung in den ersten Jahren noch im normalen Bereich, drehte Lina nach der fünften Laktation so richtig auf. Das zeige, dass auch ältere Kühe noch Potenzial haben, ist sich Katharina Roitsch sicher.

100 Kühe stehen in den Ställen des 1992 auf dem Gelände eines ehemaligen Schafstalles gegründeten Betriebes. Sie geben pro Jahr im Schnitt 9200 Liter Milch bei einem Fettgehalt von vier und einem Eiweißgehalt von 3,38 Prozent. Zwar habe der Milchdurchschnitt auch schon über 10000 Liter gelegen, doch das sei mitunter eine Frage der Kosten. "Manchmal ist weniger einfach mehr", erklärte Bernd Lahmann.

Großes Lob erhielt der Betrieb vor allem für seine Milchqualität. "Er gehört zu den besten im Milchkontrollverein Klötze, was die Zellzahl betrifft", berichtete Katharina Roitsch. Diese lag im vergangenen Jahr bei 149000 je Milliliter Milch und dieses Jahr bei 153000. Das bedeutete in beiden Fällen den Spitzenplatz unter den Betrieben im Klötzer Bereich. Und auch landesweit liegen die Lahmanns ziemlich weit vorn. "Der Durchschnitt liegt hier bei 308000 Zellen", so Roitsch.

Das Futter für seine Kühe baut Bernd Lahmann größtenteils selbst an. Auf 300 Hektar Fläche rund um Stapen wachsen Mais, Roggen, Weizen, Gerste, Triticale und Zuckerrüben. Außerdem Erbsen und Lupinen, die die Zufütterung von Soja- und Rapsschrot sparen sollen.

Lina wird übrigens nicht lange die einzige 100000-Liter-Kuh in Stapen bleiben. Mit derzeit 90000 Litern steuert bereits ein zweites Tier auf die Bestmarke zu. Die nächste Schärpe kann also schon bereitgelegt werden.