Zwei Jahre nach ihrer Übertragung an die Verbandsgemeinde erhält die Gemeinde Jübar die Kahnberghalle zurück. Der Streit um die Aufteilung der Betriebskosten ist damit beendet.

Jübar/Beetzendorf l Weihnachtlich harmonisch ging es bei der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates in Jübar zu. Dazu passte auch, dass einer der großen Streitpunkte des zu Ende gehenden Jahres endgültig zu den Akten gelegt wurde: die Jübarer Kahnberghalle. Die befindet sich seit knapp zwei Jahren in Trägerschaft der Verbandsgemeinde. Doch über die Aufteilung der Betriebskosten für die Nutzung, die vor allem durch den Jübarer Sportverein erfolgt, hatte es immer wieder Diskussionen gegeben (Volksstimme berichtete).

Jetzt die Lösung: Die Gemeinde Jübar nimmt die Kahnberghalle von der Verbandsgemeinde zurück und unterhält sie wieder selbst. Da sie nicht in erster Linie dem Schulsport dient und somit keinen überörtlichen Charakter aufweist, ist dies möglich. "Wir machen das aus Gründen der Solidarität, obwohl wir rechtlich nicht dazu verpflichtet wären", betonte Jübars Bürgermeister Carsten Borchert im Rat mit Verweis auf die anderen beiden Sporthallen in Diesdorf und Kuhfelde, die von Anfang an weiter bei den Gemeinden blieben und ebenfalls von den dortigen Schulen genutzt werden. Eine Nutzungsvereinbarung werde noch mit der Verbandsgemeinde ausgehandelt. "In der sollen alle drei Hallen gleichbehandelt werden", kündigte Borchert an. Der Jübarer Rat, der sich zuvor in mehreren nichtöffentlichen Runden mit dem Thema befasst hatte, stimmte der Rücknahme der Sporthalle bei drei Enthaltungen zu.

Auch im Verbandsgemeinderat gab es keine Bedenken. Der notwendigen dritten Änderung der Verbandsgemeinde-Vereinbarung stimmten die Räte einstimmig zu. Sozialausschuss-Vorsitzender Günter Serien sprach den Jübarer Gemeinderäten ein großes Dankeschön für ihre Entscheidung aus. "Mit der freiwilligen Rücknahme übernehmen sie zusätzliche Kosten für den Gemeindehaushalt, um das Solidarprinzip zu berücksichtigen. Das ist nicht selbstverständlich", lobte er.

Inzwischen ist auch klar, welche Summe die Verbandsgemeinde als Nutzungsentgelt für den Kita- und Schulsport zahlen will. 8000 Euro pro Jahr sind festgesetzt, ein Vorschlag des Sozialausschusses, auf den sich alle Beteiligten geeinigt haben. Die Summe soll jeweils an die Gemeinden Jübar, Kuhfelde und Flecken Diesdorf gezahlt werden.

"Die Vereinbarungen mit Diesdorf und Kuhfelde müssen dazu noch entsprechend angepasst werden", erklärte Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann.

Beetzendorfs Ortschef Heinrich Schmauch lobte das Ergebnis der wochenlangen Beratungen als ausgesprochen positiv. "Mit viel Verhandlungsgeschick aller beteiligten Seiten ist am Ende eine gute Lösung herausgekommen", meinte er auf Volksstimme-Nachfrage am Rande der Beetzendorfer Seniorenweihnachtsfeier. Er sei jetzt guten Mutes, dass auch für den Bereich der Bäder ein gemeinsames Ergebnis erzielt werde. Zur Erinnerung: Beetzendorf und Diesdorf betreiben ihre Freibäder weiter in Eigenregie, während das Apenburger und das Dährer Waldbad an die Verbandsgemeinde übertragen wurden. Über die Umlage werden diese beiden Einrichtungen aber auch von den übrigen Gemeinden mitfinanziert.