Bereits zum neunten Mal war Ralf Geisthart im Oebisfelder Altenpflegeheim zu Gast, um weihnachtliche Geschichten vorzulesen. "Ich komme heute nicht als Landtagsabgeordneter, sondern als Bülstringer", sagte er.

Oebisfelde l Über die Abwechslung in der Vorweihnachtszeit freuten sich die Bewohner des Oebisfelder Altenpflegeheimes Dr. Kurt Reuber sehr. Wer nicht direkt zum Vorlesen kommen konnte, hatte die Möglichkeit, über den Heimfunk zu hören, welche Geschichten Ralf Geisthart diesmal mitgebracht hatte.

"Ich komme gerne hierher zum Lesen, ich bin dann nicht Abgeordeter, sondern Bülstringer, der älteren Menschen eine Freude machen möchte", sagte er. Allerdings liege ihm das Heim in Oebisfelde schon ganz besonders am Herzen. "Es ist ein bisschen mein Baby", schmunzelte er. Als das Haus gebaut werden sollte, fehlte noch Geld.

Damals habe er sich bei der Landesregierung für den Bau eingesetzt und "gedrängelt, bis es eine öffentliche Förderung gab", erinnerte er sich. Deshalb freue er sich nun umso mehr, wenn er sehe, wie gut sich das Haus etabliert habe und wie liebevoll es trotz aller geschäftlichen Notwendigkeiten geführt werde. Zum Vorlesen hatte Geisthart nicht nur die Weihnachtsgeschichte im Gepäck. Auch eine lustige Geschichte über einen Siamkater, der bevorzugt Unsinn im Kopf hat, las er vor. Der Kater turnte auf dem Schrank einer alten Dame, es war an den Weihnachtstagen, und brachte allerlei Dinge zum Absturz. Dabei tauchte ein lange verschwundenes Bild der Tochter auf, die schon als Kind verstorben war. Glücklich, dieses lange verschwundene Bild wiederzuhaben, wurde der Kater zum Weihnachtskater und durfte sich auch weiter allerlei Unfug erlauben.

Auch nachdenkliche Zeilen las Geisthardt vor. So von einem Richter, der einen alten hungrigen Mann verurteilen musste, der Brot gestohlen hatte. Er verurteilte ihn zu zehn Dollar Strafe, gab ihm selbst zehn Dollar und verurteilte alle, die ihn angeklagt hatten, dem Alten 50 Cent zu schenken. Denn sie hätten nur den Splitter im Auge des anderen, nicht aber den Balken im eigenen Auge gesehen.

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