Der Weihnachtsmann wohnt in Beetzendorf, einer zumindest. Er heißt Gerhard Walter und bedankt sich in jedem Jahr ganz persönlich bei Menschen für ihr berufliches Engagement. Gestern besuchte er die Polizei in Klötze und die Poststelle.

Klötze l Als der bärtige Mann im roten Mantel gestern an die Tür des neuen Revierkommissariats mit seiner Rute klopfte, waren die Polizisten plötzlich alle im Gebäude verschwunden. Erst nach einer Weile tauchten Klötzes Polizeichef Michael Pleuß und einige andere Uniformierte wieder im Eingangsbereich auf.

"Ich möchte ihnen Dank sagen für ihren steten Einsatz, damit die Bürger sicherer leben können und vernünftiger mit ihren Autos fahren", begründete der Weihnachtsmann alias Gerhard Walter seinen Besuch und überreichte einen Präsentkorb. "Mit dem Glühwein ist das so eine Sache, deshalb ist im Korb kein Alkohol drin."

Michael Pleuß bedankte sich im Namen der Kollegen für die Aufmerksamkeit. "Der Weihnachtsmann schafft es, die Polizei zu besuchen, der Landrat nicht, er geht Heiligabend nur in die Leitstelle", sagte Pleuß, der sich über die Aufmerksamkeit freute. "Sonst verteile ich ja immer Heiligabend die Geschenke hier im Revierkommissariat. Meine Frau packt kleine Päckchen mit Naschwerk für alle Kollegen."

Gerhard Walter betätigt sich seit zehn Jahren als Weihnachtsmann, seit fünf Jahren intensiver. Dafür nimmt er extra Urlaub. "Als Taxi-Fahrer fehlt mir sonst die Zeit zum Geschenkeverteilen", erklärte er.

Die Polizei war gestern nicht das erste Ziel des Hobby-Weihnachsmannes. Zuvor stattete Gerhard Walter den Post-Mitarbeitern an der Hagenstraße einen Besuch ab. "Weil auf sie Verlass ist und sie Briefe und Pakete immer pünktlich zustellen", sagte der freundliche Beetzendorfer nach der Bescherung der Angestellten.