Wo ist in unserer heutigen Zeit noch Platz für Gott? Dieser Frage gingen die Mädchen und Jungen der Klötzer Kinderkirche in ihrem Krippenspiel nach. Die originelle Aufführung wurde von der Gemeinde mit herzlichem Beifall gefeiert.

Klötze l Die Eröffnungsszene war so unromantisch wie alltäglich. Während eine Mutter mit ihren zwei Kindern das Wohnzimmer weihnachtlich herrichtet, macht es sich der Familienvater vor dem Fernseher bequem. Die Flimmerkiste nimmt den letzten freien Platz im Zimmer ein, so dass für "das fromme Zeug" aus der eingestaubten Kiste vom Dachboden kein Platz mehr ist. "Wenn ihr fromm werden wollt, geht doch in die Kirche", schlägt der Vater seinen Lieben vor. Auf das hartnäckige Betteln der Kinder gibt er schließlich nach und geht auch mit in die Kirche.

Dort erlebt er gemeinsam mit der Klötzer Kirchengemeinde das Krippenspiel als Spiel im Spiel, ausgestattet mit gut dosiertem Wortwitz, der die Zuhörer fesselt und mitfiebern lässt. Da passt es Josef zum Beispiel gar nicht, dass seine Frau Maria schwanger ist. Gerade jetzt?! Er will als Handwerker "so richtig durchstarten" und seine Werkstatt ausbauen. Wie soll da Platz für ein Kind sein. Außerdem "reden die Leute schon genug ...".

Doch er steht zu Maria und auch zu dem Kind, das später in einem Stall geboren wird. Als Wirtsleute ihn zuvor abweisen, stellt er resignierend fest: "Der Sohn des Höchsten wird geboren und ist gleich obdachlos!"

Jedenfalls rührt das Krippenspiel den Vater so sehr, dass er am Ende den Fernseher aus der Stube verbannt und seufzend zugibt: "Ich hab\'s doch gewusst, wir werden doch noch fromm!" Begeistert stellen Frau und Kinder die Krippenfiguren auf - und das Publikum in den Bänken und auf der Empore applaudiert stürmisch. Der deutlichste Beweis dafür, dass die Gemeindepä-dagogin Christel Backs-Pacholik und ihr Mann Klaus Pacholik, Pfarrer im Ruhestand, mit den 30 Laiendarstellern eine tourneereife Aufführung des Stückes "Ein Platz für Gott" inszeniert haben. Die reichliche Kollekte in den Sammelkörbchen sprach für sich. Nach dem Spiel war es Klaus Pacholik, der besinnliche Worte an die Gemeinde richtete. Mitgespielt haben:

Eva Baucke (Mutter), Guido Koch (Vater), Lea Welz, Lilli Preuß (Kinder), Franziska Förster (Maria), Conrad Koch (Josef), Svenja Tiebermann (Verkündigungsengel), Julia Nikoleit, Selina Naumann (Sologesang Engel), Anne Benecke, Mira Smolnik (erstes Wirtspaar), Henri Nikoleit, Claudia Kaczensky (zweites Wirtspaar), Luca Saalfeld (Herold), Ida Hutopp (Elisabeth), Maximilian Welz, Florian Boewe, Rino Beuter, Joe Schulz (Hirten), Lennart Alber (Caspar), Emily Witte (Melchior), Gabi Schiller (Balthasar), Sam Schulz (Herodes), Alessa Duhm, Clara Baucke, Theresa Leusmann, Lea-Sophie Krüger, Lea-Marie Triebel, Viviane Fritsch, Josefine Mähling (Engelschor), Jonas Behr, Jens Schulze (Kulisse).

   

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