Von Christina Bendigs

Salzwedel l "Auf einer Trage wurde unser Papa ins Krankenhaus gebracht, auf seinen eigenen Füßen kommt er zu Weihnachten nach Hause", sagt Adina Schulz aus Salzwedel. Zu verdanken hat sie das ihrem Freund, der in einer Notsituation die Nerven behielt und ihren Vater nach einem Herzinfakt wiederbelebte.

"Fabian hat uns das schönste Weihnachtsgeschenk bereitet: Er hat uns unseren Papa geschenkt", sagt sie. Und an ihren Freund gerichtet, der ihr ein ganzes Jahr über bewiesen habe, wie sehr er seine Lebenspartnerin liebt: "Wir sind froh, dass es dich gibt, und wir haben dich alle ganz doll lieb." Die Krönung von allem sei die Wiederbelebung von Adinas Vater. "Ohne Fabian wäre mein Papa jetzt nicht mehr", sagt die Einzelhandelskauffrau voller Dankbarkeit. Ihre Geschichte berührt, lässt dem Zuhörer immer und immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Als der Notruf ihrer Mutter Adina Schulz erreicht, steht sie unter Schock: "Ich habe gedacht, ich habe meinen Papa verloren." Fabian belebt den Vater wieder. Als der Notarzt eintrifft, bittet er Adina aufzuschreiben, welche Tabletten ihr Vater nimmt: "Meine Mutter hat meinen Arm dabei festgehalten, weil ich so gezittert habe." Auch sie war in der Aufregung kaum in der Lage, den Stift zu halten. Andauernd habe sie gefragt, wie es ihrem Vater geht, aber keine Antwort bekommen. In ihrem Schreck ruft sie Freunde an, die beruflich mit Herzinfarkten zu tun hatten. "Ich habe nur noch schwarz gesehen", sagt sie. "Fabian hat uns beruhigt und immer gesagt, das wird wieder." Doch nicht nur das. 14 Tage bleiben Adina und ihr Freund in der Wohnung der Mutter. "Fabian hat sich um alles gekümmert, hat die Telefonate übernommen, uns alles erklärt, er hat uns auch aus unserer Trauer total herausgeholfen." Er hat den beiden Frauen Mut gemacht. Adinas Dank gilt auch ihrem Chef und der mitfühlenden Ärztin im Krankenhaus in Uelzen.

"Jetzt habe ich zweimal Geburtstag"

Als ihr Vater dort schließlich aus dem künstlichen Koma erwacht und hört, dass er sein Leben Adinas Freund verdankt, bricht er in Tränen aus. "Man sieht seinen Vater nicht oft so", sagt Adina Schulz. Ihr Vater habe gesagt: "Jetzt habe ich zweimal Geburtstag." Er sei inzwischen ein ganz anderer Mensch, "wie neu geboren".

"Fabian war und ist immer da", sagt sie. Die Erlebnisse der vergangenen Wochen "haben gezeigt, dass es doch noch Engel gibt" - darunter ein ganz spezieller, dem sie auf diesem Weg ihren Dank und den Dank ihrer Familie aussprechen möchte.